Weil sein Arbeitsumfeld „menschlich top“ ist, verlängert Lutz Bittner als Leiter des Johann-Beckmann-Gymnasiums. Achtermann

Weil sein Arbeitsumfeld „menschlich top“ ist, verlängert Lutz Bittner als Leiter des Johann-Beckmann-Gymnasiums. Achtermann

Hoya 15.09.2019 Von Horst Achtermann

Eigentlich könnte er jetzt im Ruhestand sein

Weil sein Arbeitsumfeld „menschlich top“ ist, verlängert Lutz Bittner als Leiter des Johann-Beckmann-Gymnasiums

„Lehrer, die früher ihren Schuldienst beenden wollen, sind häufig körperlich und nervlich verbraucht. Bei mir ist das anders. Ich verlängere freiwillig meine Dienstzeit“, berichtet Studiendirektor Lutz Bittner, seit 2002 Leiter des Johann-Beckmann-Gymnasiums in Hoya, in einem Treffen mit der HARKE am Sonntag.

Am 31. Juli 2019 hat Lutz Bittner mit 65 Jahren plus sieben Monaten eigentlich die gesetzliche Vorgabe für seine Pension erfüllt. „Der liebe Gott hat mir psychisch und physisch eine sehr stabile Gesundheit gegeben, und ich möchte in einer Zeit wie heute etwas zurückgeben“.

In dem 1982 gegründeten Johann-Beckmann-Gymnasium ist Bittner als stellvertretender Schulleiter seit 1997 tätig. Damals gab es 160 Schüler und 14 Lehrer. Heute gehen 850 Schüler auf das JBG, und 73 Lehrer unterrichten. „Bis auf zwei habe ich alle selber eingestellt“, so Lutz Bittner nicht ohne Stolz nach 17-jähriger Schulleitung.

Zwölf Semester hat Bittner Biologie und Sport studiert. Als Referendar erlebte der jetzige Studiendirektor Anfang der 1980er Jahre eine Lehrerschwemme – Einstellungsstopp. Eine ganze Generation war von Arbeitslosigkeit bedroht und suchte darum Jobs in Schulbuchverlagen oder woanders, erinnert sich Bittner noch gut. Doch er hatte gute Fürsprecher.

Die Luther- und die Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover waren die ersten Lehrerstellen für den gebürtigen Hannoveraner. Die damalige Hindenburgschule in Nienburg mit ihrem Leiter Arno Harborth wurde dann sein Sprungbrett nach Hoya.

„Ich habe die Elternberatung eingeführt – ein ganz wichtiger Baustein für Grundschüler und ihre Eltern“. Auch der planerische Einzugsbereich mit den Samtgemeinden Heemsen und Marklohe gehören dazu. Die Schülerbeförderung nach Hoya zahlt der Landkreis.

Warum bleibt Lutz Bittner freiwillig länger? „Weil alles in meinem Arbeitsumfeld menschlich top ist.

Wenn ich durch die Schule gehe, begegne ich fröhlichen Kindern, die locker und gelöst sind.“ Hinzu kommt: „Meine Kolleginnen und Kollegen und die drei Damen im Sekretariat – alle leisten eine tolle Arbeit. Dazu zähle ich meinen Stellvertreter Bernd Ehm, Silke Schoppe als Oberstufenkoordinatorin, Sabine Radtke – in ihrer Hand liegt der Stundenplan und die Vertretungsarbeit – sowie Michael Timm als Mittelstufenkoordinator. Der Betrieb läuft, überall sind gute und überzeugende Leute“, so Bittner weiter.

Höhepunkte in seinem Wirken als Schulleiter waren die Einrichtung der Oberstufe mit dem ersten Abitur im Jahr 2008. Das Modell „Bläserklasse“ mit dem Blasorchester und 60 Schülerinnen und Schülern, von Ulli Füller 2004 gegründet, jetzt mit Hagen Meyer als Orchesterleiter seit 2015. 150 Schüler haben ein Instrument. Die Stiftung Sparkasse und der Förderverein unterstützen die Bläserklassen.

Die Notebookschule gibt es seit 2005 ab Klasse 7 mit schülereigenen Notebooks. Mehr als 1300 digitale Endgeräte seien am Funknetz. Lutz Bittner dankt für die Unterstützung durch den Landkreis mit einer kompletten Fest- und Funkvernetzung seit 2016, mit zwölf Kilometern Kabel und einer zentralen Rechenanlage. Flächendeckend ist die Schule mit Whiteboards ausgestattet. Eine neue Schülerbibliothek soll in mittlerweile entkernten Räumen auf 200 Quadratmetern mit 3000 Büchern eingerichtet werden.

Eine gemeinsame Planung mit der Oberschule. Die Zusammenarbeit mit Oberschulleiter Marc Badermann sei hervorragend. „Diese seit fünf Jahren währende Planung möchte ich gerne persönlich als ‚mein Kind‘ abschließen“, so der 65-Jährige.

Das JBG veranstaltet am 26. September von 9 bis 16 Uhr die zweite landesweite Tagung zum vernetzten Lernen 2019. Bittners Ehefrau Anja ist als Diplom-Biologin ebenfalls weiter beruflich tätig. „So möchte ich mit Freude an meinem Beruf, mit fröhlicher Stimmung und mit Lehrkräften, die Freude im Gesicht tragen, weiter durch diese Schule gehen“.

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Erstellt:
15. September 2019, 09:51 Uhr
Lesedauer:
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