Seit langer Zeit steht die Hausarztpraxis im Ärztehaus in Lavelsloh leer. Foto: Büsching

Seit langer Zeit steht die Hausarztpraxis im Ärztehaus in Lavelsloh leer. Foto: Büsching

Lavelsloh 20.06.2021 Von Die Harke

Ein Antrag soll die Zeit ohne Arzt in Lavelsloh überbrücken

SPD Diepenau enttäuscht: Vorerst keine Ausweitung des Anrufsammeltaxis auf die Hausarztpraxen in Rahden

Noch immer zeichnet sich für das Ärztehaus in Lavelsloh keine Lösung ab.

Bereits Ende Januar hat die SPD-Fraktion Diepenau den Antrag gestellt, dass das Anrufsammeltaxi solange bis ein Arzt oder eine Ärztin für das Lavelsloher Ärztehaus gefunden wurde, auf das Ärztezentrum in Rahden ausgeweitet wird.

Seit langer Zeit steht die Hausarztpraxis im Ärztehaus in Lavelsloh leer. Nachdem es Dr. Kastl ins Ärztehaus nach Rahden gezogen und Dr. Matei seine Praxis aufgegeben hat, konnte noch kein Nachfolger gefunden werden.

Trotz aller Bemühungen scheint es schwer zu sein, einen Arzt zu überzeugen, die Praxis zu übernehmen, heißt es dazu von der SPD-Fraktion Diepenau. Aus diesem Grund wurde von ihr der Antrag gestellt, um gerade den älteren, nicht mehr selbst mobilen Patienten, die zu einem der Hausärzte im Ärztezentrum nach Rahden gewechselt sind, eine alternative Möglichkeit zu bieten ihre Arztbesuche wahrzunehmen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen seien von der Verwaltung positiv geprüft und auch der Taxiunternehmer habe seine Bereitschaft und Möglichkeit zur Umsetzung bestätigt.

„Aber anstatt das Thema pragmatisch und unbürokratisch kurzfristig positiv zu entscheiden und umzusetzen, wurde die Verwaltung von der Mehrheitsfraktion aufgefordert, eine entsprechende Sitzungsvorlage zu erstellen um erst dann zu entscheiden“, so die SPD.

Dies wurde von der Verwaltung auch so umgesetzt. Allerdings kam es auch dann nicht zu einem negativen Beschluss. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, ob nicht auch eine Erweiterung in Richtung Stolzenau, Petershagen, Hille möglich ist und dann eine neue Beschlussvorlage vorlegen, sodass nicht nur die Einwohner des Flecken Diepenau profitierten.

Es soll lediglich eine Zeit überbrückt werden, bis wieder ein Arzt oder eine Ärztin in Lavelsloh ansässig ist.

Aus dem Antrag der SPD

Grundsätzlich spreche nichts gegen eine Gleichbehandlung aller Einwohner der Samtgemeinde Uchte, so die SPD, „allerdings geht das in diesem Fall deutlich am Ziel des Antrags vorbei. Es soll lediglich eine Zeit überbrückt werden, bis wieder ein Arzt oder eine Ärztin in Lavelsloh ansässig ist. Danach würde das erweiterte Angebot wieder eingestellt.“

Wenn nun aber die von der Mehrheitsfraktion beantragte Erweiterung auch auf die anderen Orte umgesetzt werde, falle es schwer, diese dann mit der Begründung, dass das Ärztehaus wieder besetzt ist, abzuschaffen.

Ein weiterer Grund, dass es sich bei der beantragten Erweiterung nur auf das Ärztehaus Rahden, keineswegs um eine Ungerechtigkeit gegenüber den Einwohnern der Gemeinden Warmsen, Raddestorf und Uchte handelt, sei die aktuelle Statistik der Nutzung des Anrufsammeltaxis.

„Obwohl der Flecken Diepenau den größten Teil der Samtgemeindeumlage leistet, aus der auch das Anrufsammeltaxi finanziert wird, wird das Angebot im Flecken nur zu vier Prozent genutzt“, kritisiert die SPD dieses Ungleichgewicht. „Auch, aber nicht in erster Linie, vor diesem Hintergrund, wäre es nur gerecht, dem SPD-Antrag zu befürworten.“

Weil die Recherche durch die Verwaltung auf Grund anderer aktueller Themen nicht kurzfristig erfolgen kann, werde sich eine Entscheidung nun mindestens bis nach der Sommerpause hinziehen.

„Aber auch der Vorschlag, die Ausweitung auf das Ärztehaus in Rahden sofort umzusetzen und parallel die Umsetzung in Richtung der anderen Gemeinden bis nach der Sommerpause vorzubereiten und nachträglich zu entscheiden, wurde von der Mehrheitsfraktion kategorisch abgelehnt“, lässt die SPD wissen.

Eine Entscheidung, werde es kurzfristig nicht geben, sondern wohl frühestens im September.

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Erstellt:
20. Juni 2021, 20:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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