Renate Bunke (links) und Kirsten Heusmann haben den Apfelbaum im Garten des Frauenhauses gepflanzt. Foto: Schmidetzki

Renate Bunke (links) und Kirsten Heusmann haben den Apfelbaum im Garten des Frauenhauses gepflanzt. Foto: Schmidetzki

Nienburg 13.02.2021 Von Nikias Schmidetzki

Ein Apfelbaum als Zeichen gegen Gewalt

Pflanzaktion war Teil von „One Billion Rising“

Mit einem Apfelbaum wollen die Mitarbeiterinnen des Nienburger Frauenhauses gemeinsam mit Bewohnerinnen und deren Kindern ein Zeichen setzen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für die Gleichstellung. Die Pflanzaktion in der vergangenen Woche war Teil des Projekts „One Billion Rising“, was übersetzt etwa heißt „Eine Milliarde erhebt sich“.

Es ist eine der größten Kampagnen weltweit, um zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen mit tausenden von Events in bis zu 190 Ländern der Welt aufzurufen. Erstmals wollen Mädchen und Frauen aus dem Landkreis ein Teil dieser Aktion sein.

Das diesjährige Motto lautet „Rising Gardens“ – aufgehende Gärten etwa. Nicht nur, dass teilnehmende Einrichtungen Briefe verschickt haben, in denen sich Gutscheine für Samentütchen befinden – der Apfelbaum, der schon in wenigen Jahren Früchte tragen soll, ist ein eben solches Zeichen. „Das ist eine Rote Alkmene. Die braucht gut drei Jahre, bis Äpfel wachsen“, sagt Renate Bunke, Mitarbeiterin der Beratungs- und Interventionsstelle bei Häuslicher Gewalt (BISS).

Im Frühling sollen Kinder von Bewohnerinnen des Frauenhauses zusätzlich rund um das noch junge Bäumchen Samen einbringen. „Wir freuen uns jetzt schon auf die Apfelernte“, sagt Karin Heusmann, die für die Frauenberatung zuständig ist. Bei einer Aufenthaltsdauer von im Schnitt drei bis sechs Monaten, in einigen Fällen auch länger, erleben die Frauen zwar die Apfelernte nicht mehr, erste Blüten könnten sie aber noch sehen.

In der Einrichtung bekommen Frauen und häufig auch deren Kinder nicht nur eine sichere Bleibe, sondern bei Bedarf auch Unterstützung – bei Behördengängen, Finanzangelegenheiten und Umzugsfragen etwa. „Viele Frauen durften bislang nichts alleine machen. Wir müssen ihnen zeigen, dass sie das alles können“, sagt Kirsten Heusmann.

Mit der globalen Aktion „One Billion Rising“ soll durch unterschiedliche Möglichkeiten auf die große Zahl an Opfern von Gewalt aufmerksam gemacht werden. Die Aktion zeige, „wie viele wir sind, sie sich weigern, Gewalt gegen Mädchen und Frauen als unabänderliche Tatsache hinzunehmen“, heißt es unter anderem in den Schreiben dazu. Immerhin, so wird dort erklärt, sei jede dritte Frau weltweit bereits Opfer von Gewalt geworden, sei vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt worden. So setzt sich die Zahl von einer Milliarde zusammen, nach der die Aktion benannt wurde.

Kontakt zum Frauenhaus ist unter Telefon (0 50 21) 24 24 möglich.

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Erstellt:
13. Februar 2021, 19:44 Uhr
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