Auch Mehringen braucht wieder einen Treffpunkt.

Auch Mehringen braucht wieder einen Treffpunkt.

16.11.2014

„Ein Dorf braucht einen Treffpunkt“

Mehringen: Am Dienstag ist Bürgerversammlung in der ehemaligen Gaststätte

Von Horst Achtermann

Mehringen. „Mehringer Wirtshaus“ steht noch in großen Lettern vor dem Haus Nr. 32 in Mehringen, einem Dorf in der Gemeinde Hilgermissen mit rund 250 Einwohnern. Doch damit ist es jetzt vorbei, es gibt kein Wirtshaus mehr in Mehringen. Kurz zur Geschichte des Hauses Nr. 32: Dietrich Rohlfs führte seit 1902 dort einen Lebensmittelladen und Eierhandel. Erbe Ernst Rohlfs erweiterte 1958 den Laden durch eine Gastwirtschaft. Er gründete auch 1961 den TSV Mehringen. Der Sportplatz war gleich hinterm Haus. Durch die 1965 gebaute Mittelpunktschule in Wechold fusionierte der Verein und nannte sich dann TSV Wechold-Mehringen. Nach dem Tod von Ernst Rohlfs 1965 gab es auch keinen „Tante Emma“-Laden mehr in Mehringen.

Von 1978 bis zu seinem Tod 1992 führte Paul Browarny, genannt „Whisky Paul“, die Gaststätte. Von diesem Unikum als Gastwirt, der immer „Bares“ in seiner Brusttasche bei sich hatte, weiß Jürgen Stegemann so manch eine Anekdote zu erzählen. 1988 kaufte Günther Bösche mit seinem Vater Fritz die Gaststätte, modernisierte und verpachtete sie. Dargestellt in der Dorf-Chronik von 1995.

Nachdem Günter und Luise Bösche jahrzehntelang als Vermieter dieser Gastwirtschaft einen allgemeinen Treffpunkt für die Bewohner des Dorfes installiert hatten, ist das vorbei. „Es findet sich einfach, trotz größten Bemühens mit viel Zeit- und Geldaufwand, kein geeigneter Gastwirt für diese Immobilie“, bedauert Günther Bösche. Er und seine Ehefrau haben das ganze Haus mit Grundstück kürzlich an Sohn Axel abgegeben.

„Wir brauchen hier in Mehringen weiter einen traditionellen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft“, sagt Axel Bösche . Mit einer ausschließlichen Wohnnutzung würde alles wegfallen. Sein Tischlereibetrieb, 1993 vom Vater übernommen, gegenüber im Haus Nr. 33, ist in vierter Generation im Familienbesitz. Axel Bösche möchte die Gesellschaftsräume mit separaten Schießständen für Kleinkaliber und Luftgewehr der Dorfgemeinschaft zugängig machen. Der Schützenverein ist seit 1910 ständiger Gast, die Feuerwehr und auch die Jagdgenossenschaft halten hier ihre Versammlungen ab.

„Wir wollen das Dorfleben wieder intensivieren, dazu brauchen wir die Unterstützung der Einwohner“, unterstreicht Klaus Weber.

„Zur Erörterung der Möglichkeiten, Chancen und Anregungen für uns Mehringer“, so die Organisatoren Dieter Meyer, Jürgen Stegemann, Bernd Pfeiffer, Klaus Weber, Axel Bösche, Jörg Rodekohr, Luise und Günther Bösche, Silvia und Jan Morawitz und Timo Twietmeyer, im Mehringer Rundbrief, „laden wir zu einer Bürgerversammlung aller Mehringer Bewohner ein“. Am Dienstag,, 18. November, um 19 Uhr im Versammlungsraum der ehemaligen Gastwirtschaft. „Bitte den seitlichen Eingang benutzen“.

„Ein Dorfgemeinschaftshaus oder ähnlich, dazu haben wir eine Überraschung parat“, verrät Axel Bösche. „Zwei Referenten werden ein bereits erfolgreiches Modell vorstellen und Fragen beantworten“.

„So soll das ehemalige Mehringer Wirtshaus ein Treffpunkt der Dorfgemeinschaft bleiben, natürlich auch für die Nachbardörfer und deren Dorfjugend, die gemeinsam dann auch wieder Erntefeste ausrichten können“ wünscht sich Jürgen Stegemann.

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Erstellt:
16. November 2014, 00:00 Uhr
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