„Ein Naturbad ist für uns völlig inakzeptabel“

„Ein Naturbad ist für uns völlig inakzeptabel“

Ein paar Unerschrockene hatten sich am vergangenen Sonnabend zu einem Arbeitseinsatz auf dem Gelände des Holtorfer Freibades eingefunden. Zu tun gab es reichlich. Foto: Hagebölling

Zu tun gab es reichlich für die etwa zehn Unerschrockenen, die sich am vergangenen Sonnabend zu einem Arbeitseinsatz auf dem Gelände des Holtorfer Freibades eingefunden hatten.

In gebührendem Abstand zueinander und unter Einhaltung der Hygienevorschriften wurden Berge von Laub und trockenen Zweigen aus den Rabatten und Büschen gefischt und etliche Reparaturarbeiten vorgenommen. Dass es das Frühstück dieses Mal nur auf die Faust gab und nicht gemütlich im Vereinsraum beieinander gesessen wurde, verstand sich für die Aktiven ebenfalls von selbst.

„Im Moment gehen wir noch davon aus, dass wir unser Bad wie gewohnt im Mai öffnen können“, berichtet Ralf Gilster, Vorsitzender des rund 1000 Mitglieder zählenden Fördervereins zur Erhaltung des Freibades am Dobben. Auch ist er zuversichtlich, dass der Verein den Betrieb aus eigener Kraft stemmen wird. Mit einem Manni Meinking als Fachkraft für Bädertechnik, mit vereinseigenen Rettungsschwimmern als Beckenaufsicht und mit etlichen weiteren Kräften, die sich um den Kiosk und die Pflege der weitläufigen Anlage kümmern.

Hätten wir nicht das Geld aus den Mitgliedsbeiträgen, den Eintritten und den Sponsoren, wären wir nahezu handlungsunfähig.

Ralf Gilster, Vorsitzender des Fördervereins

„Uns Ehrenamtlichen wäre natürlich ein große Last von den Schultern genommen, wenn uns die Bädergesellschaft für die bevorstehende Saison eine Fachkraft ausleigen würde, doch da ist niemand in Sicht“, so Ralf Gilster gegenüber der HARKE am Sonntag. Auch muss man in Holtorf davon ausgehen, dass aus dem Haushalt der Stadt auch in diesem Jahr wieder nur 50000 Euro fließen werden. „Hätten wir nicht das Geld aus den Mitgliedsbeiträgen, den Eintritten und den Sponsoren, wären wir nahezu handlungsunfähig“, so Gilster weiter.

Mit dem Vorhaben, das Holtorfer Bad für die Zukunft aufzustellen, ist man nach Auskunft des Vorsitzenden noch nicht so recht von der Stelle gekommen. Zur Debatte stehen nach wie vor vier Vorschläge. Wobei die vierte Variante – Umwandlung des Holtorfer Freibades in ein Naturbad – sehr zum Erstaunen Gilsters wieder aus der Schublade hervorgeholt wurde. „Über diesen Sinneswandel waren wir schon sehr erstaunt“, so der Vorsitzende.

Würde aus dem Freibad ein Naturbad, müsste man sich in Holtorf unter anderem von dem Zehn-Meter-Turm verabschieden. Dabei seien es gerade der Zehner und die 50-Meter-Bahnen, für die sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage, die der Verein vor rund zwei Jahren initiiert hatte, ganz entschieden ausgesprochen hätten.

„Am Bedarf vorbei zu planen und dann noch dazu mit einem Naturbad, das an heißen Sommertagen vermutlich geschlossen werden muss, um der Algen Herr zu werden, macht aus unserer Sicht überhaupt keinen Sinn“, betonte Ralf Gilster weiter. Und stellte im Anschluss unmissverständlich klar: „Ein Naturbad ist für uns völlig inakzeptabel, dafür stehen wir definitiv nicht zur Verfügung.“

Aber natürlich sei man kompromissbereit, was die Verringerung der Wasserfläche anginge, so Gilster weiter. Einen Teil des großen Beckens in einen Nichtschwimmer-Bereich umzuwandeln und das jetzige Nichtschwimmerbecken zu verkleinern, sei durchaus vorstellbar.

„So, wie das Bad jetzt ist, halten wir noch zwei Jahre durch“, so der Vorsitzende.