Gerd Wiebking mit Landrat Detlev Kohlmeier und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. Achtermann

Gerd Wiebking mit Landrat Detlev Kohlmeier und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. Achtermann

Eystrup 26.05.2018 Von Horst Achtermann

Ein Pflichttermin für den Landrat

In Eystrup findet am 2. und 3. Juni wieder das traditionelle Bauern- und Bürgerschießen statt

Der Bauern- und Bürgerschützenverein Samtgemeinde Eystrup – so sein Name seit 1979, um auch Interessierten aus den anderen Mitgliedsgemeinden der damaligen Samtgemeinde Eystrup die Möglichkeit zum Erwerb der Mitgliedschaft zu geben – lädt am 2. und 3. Juni nach 2015 wieder zum Bauern- und Bürgerschießen ein.

Zu den Eystruper Bauernschützen gehörten früher nur jene Besitzer, die am Waldgebiet „Eystruper Bruch“ beteiligt waren. Der Drei-Jahres-Abstand für das Schießen wurde vom Verein gewählt, um daran zu erinnern, dass früher der beste Schütze für diesen Zeitraum keine Steuern (Zehnten) an den Grafen zu entrichten hatte. Der hatte dadurch zwar weniger Einnahmen, verfügte aber auf diese Weise stets über gut trainierte Bauern.

Die Bauernschützen tragen keine Uniformen, ihr äußeres Zeichen ist ein Eichenbruch am Hut. Gerd Wiebking vom Vorstand des Bauern- und Bürgerschützenvereins erinnert daran, dass das Eystruper und das Bücker Bauernschießen die beiden einzigen Veranstaltungen dieser Art sind. Eine Abordnung des Bücker Vereins unter der Führung von Wilhelm Schröder nimmt am Sonntag am Königsfrühstück teil.

Die 1858 vom letzten hannoverschen König, Georg V., gestiftete Fahne konnte durch zwei Weltkriege gerettet werden. 1988 ersetzte eine neue Vereinsfahne, vom Verein durch eine Sammlung unterstützt, die alte.

Die Besitzer des Siebenmeierhofes in Mahlen und des Rittergutes Eystrup dürfen sechs Schüsse abgeben, die anderen Mitglieder je drei. Der Schuss, der früher für den Landesherrn vom höchsten Kreisbeamten abgegeben wurde, wird in der Neuzeit vom „regierenden“ Landrat abgegeben. Das Bauern- und Bürgerschießen ist damit ein Pflichttermin für Landrat Detlev Kohlmeier.

Beim Bauern- und Bürgerschießen im Jahr 2015 gab Fritz Dannenbring nach 20 Jahren den Vorsitz an Helmut Schneermann ab. „Wenn wir uns nur alle drei Jahre treffen, verlieren wir uns aus den Augen“, so Helmut Schneermann daraufhin in seinem Weihnachtsgruß mit aktuellen Nachrichten an die rund 135 Mitglieder. Seitdem wird in der Mitte der dreijährigen Karenzzeit zwischen zwei Schützenfesten beim jeweils neuen König eine Eiche gepflanzt.

„Die Anzahl der Bauern schwindet zwar, der Name bleibt jedoch“, unterstreicht Gerd Wiebking.

BU: Nach 20 Jahren übergibt Fritz Dannenbring (links) die Fahne von 1988 an seinen Nachfolger Helmut Scheermann. Der wurde im November 2014 gewählt.

BU: Proklamation des bisher jüngsten Königs: Kevin Kamermann.

BU: Schießwart Dieter Ludwig erklärt Landrat Detlev Kohlmeier und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer die Handhabung der Waffe.

BU: Hut mit Eichenbruch ist Pflicht. Wilhelm Bergmann-Kramer, Fritz Niemeyer und Johann Meyer (von links) wundern sich, dass Otmar Krämer keinen Hut trägt.

Fotos: Achtermann

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Erstellt:
26. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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