Das Objekt des Monats. Foto: Museum Nienburg

Das Objekt des Monats. Foto: Museum Nienburg

Nienburg 04.07.2021 Von Die Harke

Ein Pokal für besondere Anerkennung

Das Objekt des Monats Juli im Nienburger Museum ist dem Ober-Postmeister Heinrich Friedrich Anton Cazal gewidmet

Heutzutage kennt man Pokale meist aus dem sportlichen Bereich, so wie aktuell beim Kampf um den Euromeistertitel im Fußball: Dennn eben dem symbolischen Titel wird dem Sieger-Team ein Pokal überreicht. Ein Pokal ist auch das Objekt des Monats Juli im Museum.

Denn nicht nur im Sport werden und wurden Pokale für besondere Leistungen vergeben. Früher wurden sie als Trinkgefäße verwendet, aus denen nach einer Schlacht zum Festmahl des Sieges getrunken wurde. Als Material wurden Horn, Holz oder Elfenbein verwendet. Die Herstellung aus Silber kommt um 1500 auf, die zunächst bucklige Form verändert sich über die Jahrhunderte hin zu fein verarbeiteten Figuren als Verzierung.

Das besondere Stück aus der Sammlung des Museums Nienburg ist ein Gedächtnispokal, der dem Ober-Postmeister Heinrich Friedrich Anton Cazal gewidmet wurde

Cazal war 1792 zunächst Postschreiber in Nienburg, 1819 Postverwalter in Lüneburg, 1836 Postmeister wieder in Nienburg und 1839 Oberpostmeister. Die Gravuren auf dem Pokal belegen, dass Cazal diesen am 9. September 1841 zur Feier seines 50-jährigen Dienstjubiläums von befreundeten Kollegen erhielt. Am gleichen Tag seines Dienstjubiläums bekam er auch das Ehrenbürgerrecht für seine Verdienste während der französischen Besetzung. Neben Quaet-Faslem war Cazal der zweite Ehrenbürger der Stadt Nienburg.

Der Pokal aus Silber, innen feuervergoldet, weist eine Höhe von 31 Zentimetern auf. Neben reichlichen Verzierungen in Form von angeordneten Blättern sowie Blätterranken am Fuß und am Deckel, fällt insbesondere die Darstellung eines Reiters auf, der das Posthorn bläst.

Er passiert einen Meilenstein mit der Zahl 50 sowie ein Schild mit der Aufschrift Nienburg. Auch der Deckel ist mit kleinen Kisten, Truhen, Paketen und Briefen sowie mit dem Posthorn, einem Stab mit umschlingender Schlangendarstellung und Flügeln als Griff fein verziert. Kleine Schilddarstellungen verweisen unterhalb der Reiterdarstellung auf seine beruflichen Stationen in Nienburg, Lüneburg und Walsrode. Mit diesem Pokal stellte Adolph Christoph Meyer aus Hameln seine Schmiedekunst unter Beweis.

Das Museum Nienburg konnte den Pokal im Jahr 2011 mit Mitteln der Wirker-Stiftung ankaufen

Das Museum Nienburg greift mit dem Pokal den HARKE-Artikel vom 29. Mai auf, in dem Patricia Berger, Leiterin des Stadtarchivs Nienburg, darauf hinwies, und möchte allen Interessierten die Möglichkeit geben, den Gedächtnispokal im Fresenhof während der Öffnungszeiten anzusehen.

www.museum-nienburg.de

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Erstellt:
4. Juli 2021, 05:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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