Chefarzt Dr. Christian Heer zeigt dem Nienburger Kurt Ströde drei Monate nach dem Eingriff ein Video von der Implantation des Vorhofohr-Okkluders. Helios

Chefarzt Dr. Christian Heer zeigt dem Nienburger Kurt Ströde drei Monate nach dem Eingriff ein Video von der Implantation des Vorhofohr-Okkluders. Helios

Nienburg 31.01.2017 Von Die Harke

Ein Schirmchen soll das Schlaganfallrisiko verringern

Herzspezialisten der Helios-Kliniken Mittelweser erweitern Leistungsspektrum um die Implantation von Vorhofohr-Okkludern

Ein kleines Schirmchen am Herzen soll Patienten der [DATENBANK=3287]Helios-Kliniken Mittelweser[/DATENBANK] künftig besser vor Schlaganfällen schützen. Für Patienten mit Vorhofflimmern und einem daraus folgenden erhöhtem Schlaganfallrisiko bietet die Kardiologie des Krankenhaus Nienburg jetzt eine alternative Behandlungsmethode: Das Einsetzen eines Vorhofohr-Okkluders. Das hat die Klinik mitgeteilt. „Geeignet dafür sind Patienten, die durch die Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten Komplikationen erlitten haben oder für die die Blutgerinnungshemmung zu riskant ist“, erklärt Dr. Christian Heer, Chefarzt der Kardiologie. „Durch den Verschluss des Vorhofohres reduzieren wir das Risiko einer Gerinnselbildung und damit eines Schlaganfalls.“ Dieser entstehe, wenn ein Blutgerinnsel aus dem Herzen durch den Blutfluss in das Gehirn verschleppt werde und dort ein Gefäß verstopfe. Verursacht würden die Gerinnsel meist durch Vorhofflimmern, eine der häufigsten Herzerkrankungen im Alter. Durch das Vorhofflimmern komme es zu einer Verminderung des Blutflusses in den Vorhöfen des Herzens. In der Regel würden Blutgerinnsel dabei in der linken Herzvorkammer im Bereich des Vorhofohres entstehen.

„Man muss sich das Vorhofohr wie ein taschenähnliches Anhängsel vorstellen. Es hat keine Funktion bei der Pumpleistung des Herzens. Daher ist ein Verschluss kein funktionelles Problem für das Herz. Durch den Verschluss verhindern wir die Gerinnselbildung und senken damit das Schlaganfallrisiko“, erläutert Chefarzt Dr. Heer.

„Das eingesetzte Implantat besteht aus einem schirmförmigen Körper, der mit einem dünnen biegsamen Kunststoffschlauch, dem sogenannten Katheter, beliebig im Herzen positioniert werden kann und einer Scheibe, die den Eingang zum Vorhofohr vollständig überdeckt. Der Verschluss wird fest verankert und heilt innerhalb von drei Monaten ein.“

„Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus im Frühjahr letzten Jahres, hat Herr Dr. Heer mir vorgeschlagen, als Alternative einen Okkluder einzusetzen. Das wurde dann Ende Oktober gemacht. Besonders schön war, dass ich schon kurze Zeit nach dem Eingriff wieder nach Hause konnte.“

Der Katheter werde dabei über die großen Venen der Beine und des Körpers zum Herzen geführt, weshalb nur ein kleiner Schnitt gemacht werden müsse. Nach dem Eingriff nehme der Patient bis zur Nachkontrolle etwa drei Monate später weiter gerinnungshemmende Medikamente ein. Ist alles gut verheilt, werden diese abgesetzt.

So war es auch bei Kurt Ströde. Ende Oktober ließ sich der Nienburger als einer der ersten Patienten einen Vorhofohrverschluss einsetzen. Drei Monate später ist er vollauf zufrieden: „Ich habe bereits seit ein paar Jahren Vorhofflimmern und Probleme mit den Medikamenten. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus im Frühjahr letzten Jahres, hat Herr Dr. Heer mir vorgeschlagen, als Alternative einen Okkluder einzusetzen. Das wurde dann Ende Oktober gemacht. Besonders schön war, dass ich schon kurze Zeit nach dem Eingriff wieder nach Hause konnte.“

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Erstellt:
31. Januar 2017, 21:00 Uhr
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