Das Theaterprojekt auf der Kulturwerk-Bühne. Tomke Friemelt

Das Theaterprojekt auf der Kulturwerk-Bühne. Tomke Friemelt

Nienburg 14.08.2017 Von Die Harke

„Ein Schritt nach dem anderen“

Arbeitssuchende spielten Theater im Kulturwerk

Auf einer Parkbank sitzt ein lebensgroßer Teddy. Er will sich eigentlich über ein Glas Honig hermachen, wird dabei aber von einem Jungen – Jonny – gestört, der nicht weiß wohin mit sich. Er kann sich für nichts entscheiden und träumt sich am liebsten in die Welt der Helden. Da scheint jeder seine Bestimmung zu haben. Den Helden wird es aber zu anstrengend, in den Träumen des Jungen herumzugeistern. Deswegen nehmen sie ihn kurzerhand mit in die Unterwelt zum Fest der Helden. Dort begegnet Jonny Abraham Lincoln, der vom amerikanischen Bürgerkrieg erzählt, Antigone, die die Glückssucher verflucht, Otto Wels, der eine glühende Rede gegen die Nationalsozialisten hält, Königin Elisabeth, die immer zum Wohle ihres Volkes regieren will, Willy Brandt, der den europäischen Frieden wiederherstellen will, und schließlich Martin Luther King, der von seinem amerikanischen Traum erzählt. Nach und nach wird dem Jungen klar, dass er einen eigenen Traum finden muss. Vielleicht nicht sofort. Vielleicht braucht es Zeit.

„Zeit(T)räume – eine fantastische Reise in den Hades“ hieß denn auch das Theaterstück, das die Teilnehmer in den vergangenen sechs Monaten entwickelt und geprobt hatten, und dass sie am Mittwoch erstmals im [DATENBANK=340]Kulturwerk[/DATENBANK] in Nienburg auf die Bühne gebracht haben.

Seit Januar hatten die Teilnehmer in einem vom [DATENBANK=5543]Jobcenter[/DATENBANK] Nienburg finanzierten Projekt namens „work:ART“ an dem Wiedereinstieg in das Berufsleben gearbeitet. In dem Projekt der „defakto GmbH“ werden die Frauen und Männer neun Monate von einer Theaterpädagogin (Laura Kolbe), einer Jobcoachin (Nina Lufen) und einer Gesundheitscoachin (Andrea Becker) begleitet. Ziel ist die Verschmelzung von Fähigkeiten, die in der Theaterarbeit gefördert und bei der Jobsuche gebraucht werden: die Arbeit in einem Team, Aufbau eines Kontaktnetzwerkes, Lösungen von Konflikten und dem Aufbau des Selbstbewusstseins.

Aber die großen Herausforderungen liegen noch vor ihnen: Im letzten Akt gehen sie in ein Langzeitpraktikum, um die Fähigkeiten, die sie in der Theaterarbeit wieder entdeckt haben, im Berufsleben umzusetzen und in ihrem Job anzukommen.

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Erstellt:
14. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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