Im „Erlebnis-Raum Taufe“ (von links): Dr. Ingrid Goldhahn-Müller, Arend de Vries und Martin Lechler. Neukirch

Im „Erlebnis-Raum Taufe“ (von links): Dr. Ingrid Goldhahn-Müller, Arend de Vries und Martin Lechler. Neukirch

Landkreis 27.03.2017 Von Die Harke

„Ein Thema, das für die Landeskirche steht“

Heimische Geistliche erkunden „Erlebnis-Raum Taufe in Wittenberg“ mit 500 Jahre altem Taufstein

Am 20. Mai wird in Wittenberg die „Weltausstellung Reformation“ eröffnet. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers ist dort mit dem Erlebnis-Raum Taufe vertreten. Nun gab es für die 50 Superintendentinnen und Superintendenten der Landeskirche, die zu einer Tagung in Wittenberg waren, eine Vorabführung. Unter den Premieren-Gästen waren auch Superintendentin [DATENBANK=738]Dr. Ingrid Goldhahn-Müller[/DATENBANK] vom Kirchenkreis Stolzenau-Loccum, Nienburgs Superintendent [DATENBANK=406]Martin Lechler[/DATENBANK] und [DATENBANK=3629]Arend de Vries[/DATENBANK], geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover. Auf 120 Quadratmetern können Besucherinnen und Besucher im „Erlebnis-Raum“ die Bedeutung von Taufe mit allen Sinnen erfahren, unter anderem in einer aufwendigen Videoinstallation. „Die Szene, in der die Menschen im Regen stehen und das Wasser erwarten, hat bei mir ganz persönliche Erinnerungen wach gerufen an Personen, die sich nach Regen, nach Ernte und nach Leben sehnen“, schilderte Propst Stephan Wichert-von Holten aus dem Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg seine ersten Eindrücke. „Es wird einem auch ein bisschen schwindelig, man kommt verändert aus diesem Panorama-Kino wieder raus.“

Genau so habe Projektleiterin Ulrike Tüpker sich das gedacht. Die Weltausstellung Reformation halte ansonsten viel Kognitives für die Besucher aus aller Welt bereit. Der Beitrag der Landeskirche Hannovers sei hingegen eher etwas für die Sinne und das Gefühl. „Das Sakrament der Taufe lässt sich ja auch gar nicht anders darstellen, als auf immaterielle Weise“, erklärte Tüpker.

„Wir brauchten ein Thema, das für unsere Landeskirche steht und ganz grundlegend etwas mit Reformation zu tun hat“, erläuterte Arend de Vries, der als geistlicher Vizepräsident für das Reformationsjubiläum in der Landeskirche zuständig ist. Seit dem Jahr der Taufe 2012 gebe es immer wieder große Tauffeste in der Hannoverschen Landeskirche. Daran knüpfe der „Erlebnis-Raum“ nun an. Hier könnten Menschen sich über die Bedeutung der Taufe informieren, und sich auch ganz persönlich an ihre eigene Taufe erinnern lassen.

Abseits des Trubels der Wittenberger Fußgängerzone könnten sich die Besucherinnen und Besucher mit Hilfe von Tablets, die in die blauen Sitzgelegenheiten eingelassen sind, über unterschiedliche Aspekte des Themas Taufe informieren. „Warum ist das traditionelle Taufkleid den Kindern meistens zu groß?“, lautet eine Frage im Tauf-Quiz. Grün leuchtet die passende Antwort auf: „Weil der Täufling im Laufe seines Lebens noch in das Kleid, ebenso wie in den Glauben hinein wachsen wird.“

Im letzten Ausstellungsraum, dessen Wände matt golden schimmern, steht in der Raummitte ein historisches Taufbecken. „Wir haben einen 500 Jahre alten und 500 Kilo schweren Taufstein aus der Kirche in Hülsede, einer Gemeinde in unserer Landeskirche, hierher geschafft. Es gibt wohl kein passenderes Zeichen, um an 500 Jahre Reformation zu erinnern“, sagte Arend de Vries. An diesem alten Taufbecken werden ab dem 20. Mai Ehrenamtliche stehen und den Besucherinnen und Besuchern mit Wasser ein Kreuz auf die Stirn oder die Hand zeichnen.

„Der Taufstein am Ende der Inszenierung macht deutlich, dass alles in einer uralten Tradition ruht. Und das kann man kaum anschaulicher machen, als mit diesem viele Jahrhunderte alten Taufstein.“

„Der Taufstein am Ende der Inszenierung macht deutlich, dass alles in einer uralten Tradition ruht. Und das kann man kaum anschaulicher machen, als mit diesem viele Jahrhunderte alten Taufstein“, sagt Landesbischof Ralf Meister, der ebenfalls einer der Testbesucher in Wittenberg war.

Der „Erlebnis-Raum Taufe“ ist vom 20. Mai bis 10. September für Besucherinnen und Besucher täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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Erstellt:
27. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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