Tschako, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Leder.
   Museum Nienburg

Tschako, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Leder. Museum Nienburg

Nienburg 02.02.2019 Von Die Harke

Ein Tschako auf dem Soldatenkopf

Ein Tschako ist eine vorwiegend militärische Kopfbedeckung, die ganz oder teilweise aus Leder gefertigt wurde, um den Träger vor Säbelhieben zu schützen. Er besitzt einen Augen- und einen Nackenschirm. ein solcher Tschako ist im Februar das Objekt des Monats im Nienburger Museum. Während der Napoleonischen Kriege setzte sich der Tschako in fast allen europäischen Heeren als Hauptkopfbedeckung für Fußtruppen, leichte Kavallerie sowie Artillerie durch, da er besseren Schutz als der damals übliche Filzhut bot.

Dieser Tschako gehörte einem Infanteristen des Herzoglich Braunschweigischen Infanterie-Regiments Nr. 92. Die Wurzeln dieser Einheit werden auf das Jahr 1809 zurückgeführt. Friedrich Wilhelm von Braunschweig, der schwarze Herzog genannt, stellte ab 1. April 1809 ein Freikorps „Schwarze Schar“ von je 1000 Mann Husaren und Infanteristen zum Kampf gegen Napoleon auf. Der aufgelegte Totenkopf vorne am Tschako soll ein altes Wahrzeichen dafür sein, dass die „Schwarze Schar“ weder Pardon nimmt noch gibt.

Im August 1809 nahm Großbritannien die „Schwarze Schar“ in Sold und setzte sie als „Englisch-Braunschweigisches leichtes Infanterie-Regiment“ auf dem iberischen Kriegsschauplatz ein. Als das Herzogtum Braunschweig im Jahr 1867 Mitglied des neu gegründeten Norddeutschen Bundes wurde, erhielt die „Schwarze Schar“ die neue Bezeichnung „Herzoglich Braunschweigische Infanterie-Regiment Nr. 92“. Damit gingen auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und der preußischen Militärgesetze einher.

Das Objekt des Monats ist im Fresenhof zu sehen.

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Erstellt:
2. Februar 2019, 12:33 Uhr
Lesedauer:
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