Blick in den geschenkten Wald mit Biotop. NABU Nienburg

Blick in den geschenkten Wald mit Biotop. NABU Nienburg

Lemke 08.10.2017 Von Die Harke

Ein Wald als Geschenk

Naturschutzbund-Vorsitzender Jens Rösler: „Eine fast unglaubliche Nachricht“

Vor kurzem bekam der [DATENBANK=4921]Naturschutzbund NABU Nienburg[/DATENBANK] eine fast unglaubliche Nachricht. „Wir möchten Ihnen gerne unseren Wald schenken, haben Sie Interesse?“ übermittelte Klaus Verbarg aus Lemke dem NABU-Kreisverband. „Ganz zu Anfang dachte ich noch an einen Scherz“ erläuterte [DATENBANK=2963]Jens Rösler[/DATENBANK], erster Vorsitzender des Naturschutzbundes NABU Nienburg. Zwischenzeitlich sind aber alle Formalitäten abgeschlossen, und der NABU kann nun 14.500 Quadratmeter Wald sein Eigen nennen.

Warum kamen die Eheleute Verbarg auf die Idee ihren Wald inklusive Grundstück zu verschenken? Margot Verbarg-Pielhop und Klaus Verbarg erklären das so: „Wir sind nicht mehr die Jüngsten und machen uns seit einiger Zeit Gedanken über den Verbleib des Biotops. Das Grundstück mit dem Wald ist uns sehr ans Herz gewachsen und wir möchten nicht, dass dort einmal die Bäume zu Brennholz verarbeitet werden. Der NABU konnte unseren Wunsch bestens erfüllen. Ganz nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“

Es handelt sich hier um einen für den Naturschutz sehr wertvollen Erlen-Birkenbruchwald in Lemke. Das hat auch der Landkreis Nienburg schon seit langem erkannt und folgerichtig einen Teil des Waldes als „gesetzlich geschütztes Biotop“ ausgewiesen.

Jetzt wird der Wald sich dauerhaft selbst überlassen.

Jens Rösler, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes

„Der Wald wird jetzt, natürlich im Rahmen der üblichen Verkehrssicherungspflichten, als Naturwald dauerhaft sich selber überlassen“, erklärt Jens Rösler.

Naturwälder sind Waldflächen, die sich wieder ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Dynamische Prozesse prägen das Erscheinungsbild dieser Wälder. Naturwälder bieten durch das Auftreten aller Waldentwicklungsphasen eine hohe Lebensraumvielfalt.

„Da wir noch gar nicht wissen, was in unserem Bruchwald wächst und lebt, wird es in 2018 erst einmal eine große Naturinventur geben, die von unseren engagierten fachkundigen Mitgliedern ehrenamtlich durchgeführt werden wird“, sagt Rösler. „Ein besonderes Augenmerk werden wir auf die Pflanzengesellschaften, Amphibien, Fledermäuse und Vögel werfen. Gerade die Gruppe der Vögel sind gute „Anzeiger“ über die Wertigkeit eines Gebietes“, so Rösler.

„Ein so tolles großzügiges Geschenk für den Naturschutz ist einfach wundervoll, und es wäre schön, wenn es mehr solche Menschen geben würde, wie das Ehepaar Verbarg aus Lemke, die ihrer Nachwelt unser Naturerbe dauerhaft erhalten möchten“, sagte der NABU-Vorsitzende.

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Erstellt:
8. Oktober 2017, 21:00 Uhr
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