22.12.2013

Ein bunter Band mit sechs Kapiteln

Neue Chronik „Holtorf gestern und heute“ zeigt auf fast 300 Seiten historische und aktuelle Aufnahmen

von sabine grulke

Holtorf. Auf knapp 300 Seiten zusammengetragen haben Mitglieder des Heimatvereins Holtorf Informationen, Geschichten und Bilder aus der Historie ihres Ortsteils, der früher ein Bauerndorf war. Die neue Chronik „Holtorf gestern und heute“ kostet 25 Euro und ist an diversen Verkaufsstellen zu haben. Herausgeber der Chronik ist der Heimatverein. Die Texte hat Historikerin Dr. Angelika Kroker aus Hannover professionell bearbeitet. Für das übersichtliche Layout zeichnet Grafikerin Bettina Moritz verantwortlich, ebenfalls aus Hannover.

Fünf Jahre hat es gedauert, bis diese zweite Chronik Holtorfs fertig war. Im November 2008 hatten sich fünf Mitglieder des Heimatvereins zusmmen gesetzt und einen Arbeitskreis gegründet mit dem Ziel, die erste Chronik fort zu führen, die seinerzeit vom ehemaligen Lehrer Heinrich Ihsen verfasst worden war. Sie sammelten Fotos und Informationen, stöberten in Archiven und befragten Zeitzeugen.

Herausgekommen ist ein bunter Band mit sechs Kapiteln: „Die Straßen Holtorfs“, „Die Eingemeindung“, „Ein Ort, der alles hat“, „Landwirtschaft“, „Gewerbebetriebe“ und „Vereine“ sind aufgeführt. Daran schließt sich ein Interview mit Ortsbürgermeisterin Cornelia Feske zur Zukunft Holtorfs an.

Im wesentlichen beginnt die Schilderung der Veränderungen in Holtorf nach dem Ersten Weltkrieg. Seit dem wurde aus der ehemaligen, bäuerlich geprägten und selbstständigen Gemeinde Holftorf ein Stadtteil Nienburgs, gekennzeichnet durch ausgedehnte Wohngebiete und Gewerbestandorte.

Ausschlaggebend für diese Entwicklung war vor allem die Wilhelmshütte, früher „Heyesche Glasfabrik“, heute Ardagh Glass, die Ende des 19. Jahrhunderts auf der damaligen Grenze von Nienburg und Holtorf gegründet wurde. Die vielen Fabrikarbeiter benötigten Wohnraum. Werkssiedlungen, Ställe und Waschhäuser entstanden, alles in Richtung Holtorf. Besonders anschaulich dokumentieren das zahlreiche Fotografien, die zeigen, wie die Straßen und Häuser früher aussahen und wie jetzt.

Mal ist es eine dörfliche Idylle mit Kühen auf der Verdener Landstraße, mal die kopfsteingepflasterte Wölper Straße oder die 1928 angelegte Siedlung in der Margarethenstraße.

Aber die Chronik liefert auch Fotos von Schwimmübungen im Führser Mühlbach und vom 1968 eingeweihten Freibad, das damals in der aufstrebenden, durch die Gewerbesteuer-Einnahmen von der Wilhelmshütte finanziell gut gestellten Gemeinde mit einer Festwoche gefeiert wurde.

Schilderungen von Flüchlingskindern und Auswanderern sind eingeflochten. Die Zeit des Nationalsozialismus zuvor wird nur kurz gestreift. Umfangreich dagegen ist das Kapitel über die Eingemeindungsversuche Holtorfs und die letztlich erfolglosen Bestrebungen, vorab mit Erichshagen eine Samtgemeinde zu gründen.

Die Chronik 2013 „Holtorf gestern und heute“ gibt es für 25 Euro bei Margrit Räbiger, Telefon (0 50 21) 27 11, bei Heidi Hartendorf, (0 50 21)1 83 84, bei Toto-Lotto Cybin in der Verdener Landstraße 136 sowie in den Holtorfer Geschäftsstellen der Sparkasse und der Volksbank.

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Erstellt:
22. Dezember 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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