Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

Nienburg 09.11.2016 Von Matthias Brosch

Ein gefährliches Gedankenspiel

Gedankenspiele sind erlaubt und erwünscht. Sie sind sogar wichtig, wenn nach Möglichkeiten und neuen Wegen gesucht wird. Wenn jedoch ein Kommunalpolitiker überlegt, in seinem Ortsteil als stellvertretender Bürgermeister zu kandidieren, obwohl er dort auf sein Mandat verzichtet hat – dann reiben sich viele verwundert die Augen. Frank Podehl von der Wählergemeinschaft vereinte bei der Kommunalwahl im September mit 225 Stimmen in seinem Ortsteil Langendamm die viertgrößte Gruppe hinter sich. Er verzichtete jedoch auf sein Mandat, machte Platz für Gerhard Schlieker, der wiederum auf den Stadtrat verzichtete, damit Rüdiger Tegtmeier ebenfalls einen Platz bekam; dieser hätte es ansonsten weder über die Personenwahl noch über die Liste geschafft. Damit sollten drei statt zwei WG-Männer an den Entscheidungsfindungen mitwirken. Podehl stellte damals fest: „Die WG ist dadurch gestärkt worden“ und verwies darauf, dass seine Partei im Langendammer Ortsrat nun zu dritt vertreten sei. Hintergrund: Er hat als Stadtrat dort in seinem Wohnort einen Platz als beratendes Mitglied, was ihm Rede- und Antragsrecht einräumt.

Nun setzte Podehl einen drauf, indem er überlegte, als beratendes Mitglied für das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters in Langendamm zu kandidieren. Dass dies überhaupt möglich ist, hat sein Gedankenspiel den Beobachter gelehrt. Es bleibt die Frage: Rechtlich erlaubt, aber auch moralisch okay? Das Gedankenspiel ist jedenfalls gefährlich, weil es Politikverdrossenheit fördert.

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Erstellt:
9. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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