Uchtes Pastor Dr. Burkhard Meyer-Najda (Dritter von links) erläuterte dem Fachausschuss der Samtgemeinde die Raumsituation und den baulichen Zustand im „Spatzennest“. Foto: Graue

Uchtes Pastor Dr. Burkhard Meyer-Najda (Dritter von links) erläuterte dem Fachausschuss der Samtgemeinde die Raumsituation und den baulichen Zustand im „Spatzennest“. Foto: Graue

Uchte 07.03.2020 Von Jörn Graue

Ein neuer Kindergarten für Uchte

Neubau für das „Spatzennest“ nahe der Oberschule / Ausschuss bringt Vorhaben auf den Weg

Das dürfte viele Eltern und Kinder erfreuen: In Uchte soll auf einem Grundstück gegenüber vom Tennisplatz in unmittelbarer Nähe zur Oberschule und der Hannoverschen Straße ein neuer Kindergarten entstehen.

Die evangelische-lutherische Kirchengemeinde strebt dort einen Neubau für das „Spatzennest“ aus dem Jahr 1964 an. Das bestehende Gebäude unweit der Kirche stößt räumlich an Grenzen und auch die Bausubstanz ist in keinem allzu guten Zustand mehr. Für den Neubau würde die Kirchengemeinde ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück vom Flecken Uchte erwerben, die Baukosten müsste allerdings die Samtgemeinde übernehmen. Der Sport-, Sozial- und Kulturausschuss der Samtgemeinde empfahl in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend im Uchter Bürgerhaus einstimmig, das Projekt anzugehen. Die zentrale Voraussetzung: Zunächst muss ein Einvernehmen zwischen Kommune und Landeskirche über die Modalitäten herbeigeführt werden.

„Die Kirche möchte Eigentümerin des Grundstücks bleiben. Das müsste dann über einen 99 Jahre laufenden Erbbaurechtsvertrag laufen“, erläuterte Samtgemeindedirektor Reinhard Schmale die Beziehung zwischen den beiden Akteuren. Für den Bau würde die Landeskirche keine Mittel zur Verfügung stellen. Aktuell werden im „Spatzennest“ 65 Kinder in zwei Regelgruppen und in einer Krippengruppe betreut. Dem Verwaltungschef zufolge sollte es in dem Neubau die identische Zahl von Gruppen geben. Er brachte auch eine mögliche vierte Gruppe ins Spiel. Ob Krippen- oder Regelbetreuung hänge vom Bedarf ab. In Bezug auf einen angestrebten Umzug in den Neubau im Jahr 2022 sprach Schmale von einem „sehr ambitionierten Ziel“.

Zu klein: Der abgetrennte Außenbereich für die unter Dreijährigen im „Spatzennest“.  Foto: Graue

Zu klein: Der abgetrennte Außenbereich für die unter Dreijährigen im „Spatzennest“. Foto: Graue

„Weshalb trägt die Landeskirche keine Baukosten?“, hakte Ausschussmitglied Rüdiger Kaltofen (CDU) nach. „Der Bau von Kindergärten ist aus Sicht der Landeskirche eine kommunale Aufgabe“, sagte Uchtes Pastor Dr. Burkhard Meyer-Najda. Er verwies darauf, dass sich der Kirchenkreis Stolzenau-Loccum und das Diakonische Werk mit einem namhaften Betrag an der Ausstattung der neuen Einrichtung beteiligen würden. „Die Kirche bringt auch das Grundstück ein“, erklärte Schmale und gab den Kaufpreis mit etwa 150.000 Euro an. Er verwies mit Blick auf das Vorhaben auf den Anspruch der Samtgemeinde, auf Vielfalt bei den Betreuungsangeboten zu setzen. Zusätzlich sollen auf der insgesamt zwei Hektar großen Fläche um den neuen Kindergarten herum 22 neue Bauplätze ausgewiesen werden.

„Wenn wir jetzt handeln, haben wir das Heft des Handelns in der Hand und können die Zukunft des Kindergartens mitgestalten“, sprach sich Volker Barg (SPD) für die Pläne aus. „Der Kindergarten ‚Spatzennest“ ist bei vielen in Uchte beliebt, auch wenn er keinen modernen Eindruck macht“, befand Dörte Steenken-Krüger (Grüne). Der Ausschuss folgte auch dem Vorschlag der Verwaltung, einen Arbeitskreis mit Vertretern aus Politik, Samtgemeinde, Kirche und Kindergarten für die weitere Planung wie auch beim aktuell laufenden Kindergartenneubau in Kreuzkrug zu bilden. Von Seiten der Politik sind drei Plätze für die CDU, zwei für die SPD/FDP und ein Platz für die Grünen vorgesehen.

Auf dieser Fläche in Sichtweite zur Hannoverschen Straße soll der neue Kindergarten entstehen.  Foto: Reckleben-Meyer

Auf dieser Fläche in Sichtweite zur Hannoverschen Straße soll der neue Kindergarten entstehen. Foto: Reckleben-Meyer

Vor der Sitzung hatten die Ausschussmitglieder die im vergangenen Jahr eingerichtete „Entengruppe“ an der Mühlenstraße als zusätzliche Krippengruppe für das „Zauberland“ sowie das „Spatzennest“ angeschaut. In der kirchlichen Einrichtung werden laut Leiterin Jennifer Schulte derzeit 50 Kinder in zwei Regelgruppen und 15 weitere in einer Krippengruppe betreut. „Wir würden gerne noch mehr machen, stoßen aber räumlich an unsere Grenzen“, sagte sie. Aktuell essen die beiden Regelgruppen nacheinander zu Mittag, ferner muss der Gruppenraum dafür stets mit ausreichend Tischen und Stühlen hergerichtet werden.

Pastor Dr. Meyer-Najda verwies darauf, dass das Kindergartengebäude aus dem Jahr 1964 stamme. Er sprach von „starken Baumängeln“. So gebe es starke Setzungsbewegungen, die für Unebenheiten sorgten, und Risse am Gebäude. Für das Haus Oldenburg, das direkt an das Gebäude angrenzt und seit mehreren Jahren vom „Spatzennest“ mitgenutzt wird, zahlt die Kommune dem Seelsorger zufolge eine monatliche Miete von 1.300 Euro.

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Erstellt:
7. März 2020, 19:15 Uhr
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