Ein seltenes Wintervergnügen

Ein seltenes Wintervergnügen

Alte Schlittschuhe, von manchen auch „Holländer“ genannt, aus Stahl, Holz, Leder und Baumwolle, Ende des 19. Jahrhunderts. Foto: Museum Nienburg

Es ist schon eine Weile her, aber vermutlich erinnern sich viele Nienburgerinnen und Nienburger noch gut an kalte Wintertage, an denen die Seen der Region zugefroren waren. Die dicke Eisschicht ermöglichte dann eine rasante Fahrt mit den Schlittschuhen.

Die Fortbewegung auf Schlittschuhen ist schon in prähistorischer Zeit belegt. Hier wurden Langknochen beispielsweise vom Rind oder Pferd abgeschliffen und unter die Schuhe gebunden.

In den letzten Jahrhunderten entwickelten vor allem die Niederländer und die Friesen verschiedene Varianten des Holzschlittschuhs, dem Vorgänger des heutigen Schlittschuhs. Nicht zuletzt deshalb wurden diese dann im Volksmund auch als „Holländer“ bezeichnet.

Teilweise fanden Stöcker ihren Einsatz bei der Fortbewegung. Um 1834 begann der Schmiedemeister Koert Harms Schmidt südlich von Leer, in Breinermoor, Schlittschuhe aus Holz mit Stahlkufen herzustellen. Aufgrund ihrer Qualität fanden sie im Schlittschuhhandel unter dem Namen „Breinermoorer“ bald großen Anklang. Um Fälschungen entgegenzuwirken, stanzte er sein Gütezeichen „KHS“ auf die Seiten der Kufen.

Diese Initialen sind auch auf dem Schlittschuhpaar aus dem Museum Nienburg zu finden, sodass davon ausgegangen werden kann, dass es echte „Breinermoorer“ sind. Die Kufe ist vorne hochgebogen und mündet in einer Kugel an der Spitze. Befestigt wurde sie an einer Holzsohle, die wiederum mit Lederriemen und Baumwollbändern an den Straßenschuh gebunden wurde. Die Schlittschuhe stammen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und wurden dem Museum Nienburg 1954 geschenkt.

Trotz der aktuellen Schließung aufgrund der Coronaverordnung können die Schlittschuhe ab dem 1. Februar im Rahmen der Aktion „Museum durchs Fenster am Fresenhof“ betrachtet werden oder digital bei Facebook und Instagram.

www.museum-nienburg.de