Paul Hill/Fotolia

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Nienburg 23.11.2018 Von Andreas Wetzel

„Ein unheilvolle WG“

30-jähriger Nienburger wegen Einbruchs zu Bewährungsstrafe verurteilt

Ein 30-jähriger Mann aus Nienburg wurde jetzt vom Schöffengericht Nienburg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, weil er im Jahr 2015 gemeinsam mit einigen Verwandten im Bereich Emtinghausen und Lembruch in Wohnhäuser eingebrochen ist und diverse Gegenstände wie Bargeld, Schmuck und Spielekonsolen entwendet hatte. Darüber hinaus wurde bei ihm im Rahmen einer Durchsuchung durch die Polizei eine Neun-Millimeter-Patrone und ein Schlagring gefunden, Gegenstände, die nach dem Waffengesetz verboten sind. Der 30-jährige war in der fraglichen Zeit gemeinsam mit einigen Verwandten unterwegs. Sie wohnten seinerzeit gemeinsam in der Samtgemeinde Marklohe in einer Wohngemeinschaft und waren von dort aus gemeinsam losgezogen, um Einbrüche zu verüben.

Mittlerweile ist die Wohngemeinschaft, die der Verteidiger des Angeklagten, Dr. Christian Hilgartner aus Stolzenau, als „unheilvolle WG“ bezeichnete, aufgelöst worden, und die damaligen Bewohner haben sich einzeln abgesetzt und wohnen in unterschiedlichen Gemeinden im Landkreis Nienburg. Gegen die Verwandten wurde bereits im Oktober dieses Jahres verhandelt. Sie wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Im aktuellen Prozess ließ sich der Angeklagte zu den Vorwürfen ein, sodass es bereits zu Beginn der Verhandlung zu einem Verständigungsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung kam. Darin wurde der Strafrahmen erörtert, zu dem der Angeklagte verurteilt werden könnte, wenn er sich geständig äußern würde. Für den Verteidiger war es wichtig, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, da noch ein weiteres Verfahren bei einem anderen Amtsgericht anhängig ist.

Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab. Auf die Frage des Schöffengerichtes, wie er sich denn dazu äußern wolle, gab Dr. Hilgartner als Verteidiger des Angeklagten an: „Sie kriegen so viel, dass sie ihn verurteilen können!“

Im Einzelnen stand ein Einbruch in ein Wohnhaus in Sudwalde sowie ein Einbruch in ein Haus in Lembruch und der Verstoß gegen das Waffengesetz im Raum. Der Einbruch in Sudwalde wurde vorbehaltlos eingeräumt. der Einbruch in Lembruch wurde abgestritten, da bei dem Angeklagten zwar eine Kamera, die aus dem Einbruch stammte, gefunden wurde, er aber bestritt, bei der Tat dabei gewesen zu sein. Seinen Angaben zufolge hatte er die Kamera in einem gemeinsam genutzten Fahrzeug gefunden und an sich genommen.

Auch den Verstoß gegen das Waffengesetz räumte er ein, sodass auf eine umfangreiche Beweisaufnahme und auch auf Zeugenaussagen verzichtet werden konnte.

Von der Anklage des Einbruchs in Lembruch wurde der Angeklagte freigesprochen, da ihm eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden konnte.

Die durch die Tat erlangte Beute wurde mit 1050 Euro festgelegt und wird eingezogen. Darüber hinaus muss der Angeklagte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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Erstellt:
23. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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