Jörn Graue DH

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Landkreis 26.04.2019 Von Jörn Graue

Ein zukunftsweisender Schritt

Die Feuerwehren Bruchhagen und Sehnsen peilen einen Zusammenschluss an

Die beiden Freiwilligen Feuerwehren Bruchhagen und Sehnsen wollen fusionieren. Das Besondere daran: Der Impuls dazu kommt aus den Reihen der Feuerwehren selbst und nicht etwa vom Flecken Steyerberg als Träger der Brandschützer.

Die Wehren machen damit einen Schritt, der auf den ersten Blick nicht unbedingt populär erscheint, bei genauerem Hinsehen aber überaus zukunftsweisend sein dürfte.

Schon seit Jahren fällt es vielen Feuerwehren schwer, gerade tagsüber ausreichend Personal für Einsätze zu bekommen. Heulen in einem Ort die Sirenen, sind nicht wenige Feuerwehrmitglieder an ihren deutlich entfernt liegenden Arbeitsorten und können nicht ohne weiteres zum örtlichen Feuerwehrhaus eilen. Darüber hinaus ist es gerade für kleinere Ortsfeuerwehren nicht immer leicht, geeignetes Führungspersonal zu finden. So sind zahlreiche Fachlehrgänge für den Posten eines Ortsbrandmeisters oder Stellvertreters notwendig.

Vor diesem Hintergrund ist es ein sinnvoller Schritt, mit einer neuen fusionierten und personell vergrößerten Feuerwehr die Schlagkraft zu erhöhen. Dafür spricht auch, dass die beiden Feuerwehrhäuser inklusive der beiden Einsatzfahrzeuge erhalten bleiben sollen. Wichtig ist, dass der Brandschutz wie bisher auch weiterhin in vollem Umfang in Bruchhagen und Sehnsen sichergestellt ist.

Dass sich die beiden Feuerwehren intensiv mit ihrer eigenen Zukunft befassen, spricht für die Ehrenamtlichen. Dazu gehört auch die grundsätzliche Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten und sich veränderten Gegebenheiten anzupassen. Aktuell können die Wehren, die spätere Zustimmung der lokalen Politik vorausgesetzt, (noch) selbst agieren. Auch wenn beide Wehren die personelle Mindeststärke derzeit mehr als erfüllen, so könnte dies in einigen Jahren anders aussehen und die Kommune als Träger sich gezwungen sehen, eine Fusion voranzutreiben oder womöglich eine Feuerwehr aufzulösen.

Kritiker könnten einwenden, dass mit der formellen Auflösung einer Feuerwehr und der Bildung eines neuen Zusammenschlusses ein Stück dörfliche Identität verloren geht. So gilt eine Feuerwehr in einem kleineren Dorf vielfach auch als Kulturträger. Gerade in Sehnsen ist dies augenfällig: Außer der Feuerwehr in ihrer Eigenschaft als Hilfsorganisation gibt es dort keinerlei Vereine. Daher sind die Brandschützer seit jeher auch zentraler Akteur im Dorfleben. Daran dürfte sich auch durch eine Fusion mit den Bruchhägern nichts ändern. Schon jetzt arbeiten die Feuerwehren eng zusammen und schon allein durch die örtliche Nähe bestehen viele persönliche Kontakte.

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Den Autor erreichen Sie per E-Mail an joe@dieharke.de.

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Erstellt:
26. April 2019, 16:08 Uhr
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