Helke Romann zeigt das Fenster, durch das die Einbrecher ins Tierheim gelangten. Garms

Helke Romann zeigt das Fenster, durch das die Einbrecher ins Tierheim gelangten. Garms

Drakenburg 10.02.2019 Von Manon Garms

Einbruch ins Tierheim Drakenburg

Die Tat ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag / Gestohlen haben die Unbekannten offenbar nichts

Unbekannte sind in der Nacht von Freitag auf Samstag in das Drakenburger Tierheim eingebrochen. Für Helke Romann, Erste Vorsitzende des Trägervereins Tierschutz Nienburg „Drakenburger Heide“, bleibt nach dem Einbruch eine große Frage: „Ich weiß nicht, was die hier wollten.“ Als die Tierheim-Mitarbeiter sich am Samstagmorgen einen ersten Überblick verschafften, fehlte nämlich offenbar nichts. „Dieser Einbruch macht keinen Sinn“, sagte Romann: „Auch aus dem Medikamentenschrank fehlt auf den ersten Blick nichts, unseren Tresor haben sie ebenfalls nicht angefasst, und im Tierheimwagen steckte sogar der Schlüssel. Aber das scheint sie alles nicht interessiert zu haben.“

Fest steht, dass die Täter über den Zaun geklettert sind. „Sie haben den Papiercontainer an den Zaun gestellt und sind dann rüber“, sagte Romann.

„Einbrecher-Werkzeug“ scheinen die Unbekannten nach ihrem Dafürhalten nicht dabei gehabt zu haben. „Sonst hätten sie sich sicher erfolgreich an den vergitterten Fenstern zu schaffen gemacht“, vermutete die Erste Vorsitzende. Ihr Vater hatte vor etwa 15 Jahren Gitter anbringen lassen, weil damals auch eingebrochen worden war.

Ein „Werkzeug“ hatten die Einbrecher dann aber doch bei sich: Nachdem sie gegen die Glastür getreten hatten, warfen sie schließlich einen Stein durch ein nicht vergittertes Fenster, öffneten es und gelangten so ins Tierheim. „Solche Steine gibt es hier in der Gegend aber nicht, also müssen sie ihn mitgebracht haben“, sagte Romann.

Sie ist heilfroh, dass den sechs Katzen im Katzenhaus nichts passiert ist, denn dessen Tür war nicht abgeschlossen. „Wir haben am Samstagmorgen erst mal durchgezählt, ob alle noch da sind und geguckt, ob es allen gut geht“, so die Erste Vorsitzende. Das ganze Tierfutter wird vorsichtshalber ausgetauscht – für den Fall, dass die Einbrecher irgendwo Gift hinterlassen haben sollten.

Wie groß der Schaden ist, konnte Romann noch nicht abschätzen: „Der Austausch des Futters ist das geringste Problem. Die größten Schäden sind das Fenster und die Tür, in die wir jetzt neues Glas einsetzen lassen müssen. Aber am wichtigsten ist, dass den Tieren nichts passiert ist, und ich bin froh, dass die Einbrecher sich einigermaßen menschlich verhalten und den Tieren nichts getan haben.“

Die Polizei hat vor Ort Spuren gesichert. In einem Raum haben die Einbrecher Schubladen aus einem Schreibtisch herausgerissen, aus denen auch Papier herausgefallen ist. „Auf einem Papier war ein Fußabdruck drauf, den die Polizei sichergestellt hat“, berichtete Romann.

Sie hat sich vorgenommen, jetzt Überwachungskameras am Tierheim zu installieren. „Und es hat keinen Sinn, die Kameras zu stehlen, denn die Daten sind in einer Cloud gesichert.“ Was die Erste Vorsitzende potenziellen Einbrechern auch mit auf den Weg geben möchte: „Einbrechen macht bei uns keinen Sinn, denn die Tageskasse wird hier nicht gelagert. Und wenn jemand Tierfutter braucht, soll er einfach Bescheid sagen.“

Mit diesem Stein schlu-gen die Einbrecher das Fenster ein. Garms

Mit diesem Stein schlu-gen die Einbrecher das Fenster ein. Garms

Aus einem Schreibtisch haben die Unbekannten Schubladen herausgerissen Garms

Aus einem Schreibtisch haben die Unbekannten Schubladen herausgerissen Garms

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Erstellt:
10. Februar 2019, 18:52 Uhr
Lesedauer:
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