07.04.2013

Eine Begegnung mit Christian Friedrich Hebbel

Nienburg. Als im vergangenen Monat eine 100-Cent-Sonderbriefmarke erschien, fand das angesichts ihrer Wertangabe eher geringe Beachtung – ebenso wie einst über lange Zeit jener Mann, dem jetzt die besondere Ehre galt. Die Rede ist von dem bedeutenden Dramatiker Christian Friedrich Hebbel. Dessen 200. Geburtstag hat der ehemalige Harke-Redakteur Jürgen Heckmann zum Anlass genommen, sich intensiv dem bei vielen fast vergessenen Dichter zuzuwenden. Unverdient vergessen, wie der Rezitator am Mittwoch, 17. April, mit einer um 19 Uhr im Quaet-Faslem-Haus beginnenden Lesung beweisen möchte. In einem außerordentlich dürftigen Jugendleben und jahrzehntelangen Lebenskampf vermochte Hebbel nur zu bestehen, weil selbstbewusste Kraft seiner Dichternatur weder Schuld noch Selbstqual scheute, sich allen Erschwernissen zu stellen. Herbes und Düsteres, nicht selten gar ein ins Rohe und Brutale gehender Zug von Rücksichtslosigkeit waren die Mittel – obwohl auch viel Weichheit in seiner Natur lag und im Laufe der Zeit sein Wesen durchdrang.

Geboren und aufgewachsen in Wesselburen (Holstein) als Sohn eines Handwerkers, bei dem die Armut gleichsam die Stelle seiner Seele eingenommen zu haben schien, ergab sich eine schier unvorstellbar mühsame Entwicklung zum eigenen Aufstieg. In bewegender Weise zeichnet der Vortragende diesen Weg nach, lässt eindrücklich erkennen, warum die lyrischen Gedichte Hebbels zu den besten deutschen Balladen zählen; jenes Mannes, dessen bürgerliches Trauerspiel „Maria Magdalena“ zu seinem populärsten, in mehrere Sprachen übersetzten Stück werden sollte.

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Erstellt:
7. April 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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