Die kurdische Version des nebenstehenden Textes. DH

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Nienburg 27.04.2019 Von Die Harke

Eine Erfolgsgeschichte

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Nurten Akan im Gespräch mit dem Iraker Walid A.

Die Geschichte des Irakers Walid A. steht im Mittelpunkt der heutigen Folge von „Willkommen in Nienburg“. Das Gespräch führte CJD-Mitarbeiterin Nurten Akan. Hier ihre Übersetzung:

Mein Name ist Walid A. Ich bin 37 Jahre alt und wohne seit 15 Jahren mit meiner fünfköpfigen Familie in Nienburg. Ich habe zwei Töchter und zwei Jungen. Ursprünglich komme ich aus dem Irak. Nach zehn Jahren Aufenthalt in Deutschland habe ich direkt meine Einbürgerung beantragt. Mittlerweile habe ich den deutschen Pass. Davor hatte ich nur eine Aufenthaltsgenehmigung.

Um die Einbürgerung zu bekommen, musste ich einige Sprachkurse wie zum Beispiel A1 usw. absolvieren, die ich zum Glück sehr gut bestanden habe. Meine Familie hat mittlerweile auch die deutsche Bürgerschaft.

Als ich nach Deutschland kam, habe ich von Freunden Unterstützung bekommen, um mich in Deutschland einzuleben. Diese haben mich beispielsweise bei Behördengängen begleitet. Das erste, was ich gemacht habe, war, dass ich mir in einer Glasfabrik in Hamburg eine Arbeit gesucht habe. Dort hat ein Freund von mir gearbeitet, der mich dorthin vermittelt hat.

Natürlich konnte ich kein Wort Deutsch. Ich hatte das Glück, dass ich in der Glasfabrik Freunde hatte, die perfekt Kurdisch und Deutsch sprechen konnten und mir auf der Arbeit geholfen haben zu verstehen „was Sache“ ist.

Auf der Arbeit habe ich immer versucht, Deutsch zu sprechen, damit ich es lerne. Zu Hause haben wir uns gegenseitig das Deutschlernen beigebracht. Wir haben immer versucht, Deutsch zu sprechen. Manchmal ist es uns gelungen, manchmal aber auch nicht.

Fünf Jahre war ich in der Firma. Danach sind wir mit der Familie nach Nienburg gezogen, weil ich Bekannte hier hatte. In Nienburg habe ich versucht, schnell Arbeit zu finden. Wieder durch Freunde und Bekannte bin ich seit zwölf Jahren in einer Handwerksfirma beschäftigt und habe nach drei Jahren die Position als Vorarbeiter bekommen. Nebenbei helfe ich ehrenamtlich Flüchtlingen bei der Suche nach Arbeit und bei Behördengängen.

Meine Frau habe ich im Irak geheiratet. Sie ist seitdem wir in Deutschland sind Hausfrau und geht nebenbei in einer Firma putzen.

Meine Kinder besuchen noch die Schule und möchten in der Zukunft alle studieren. Was sie genau machen wollen, wissen sie noch nicht. Ich weiß, wie wichtig es ist, Kontakte zu haben, weil es ohne Hilfe sehr schwer ist. Ich habe nie Angst gehabt, neue Kontakte zu knüpfen. Dadurch habe ich gelernt, was es heißt integriert zu sein. Wir waren immer alle gleichgestellt. Egal, ob auf einer kurdischen oder deutschen Feier.

Ich dachte damals, als meine Familie und ich nach Deutschland kamen, gab es noch nicht so viele Zuwanderer wie heute. Sodass die Möglichkeiten damals sehr groß waren, ohne jegliche Schulungen eine Arbeit zu bekommen. Heute ist es nach meinem Kenntnisstand so, dass man erst sehr viele Kurse (Deutschkurse, Integrationskurse) besuchen muss, um überhaupt an eine Ausbildung oder an eine Arbeit ranzukommen. Aber es ist sehr gut, dass es diese Möglichkeiten heute gibt, an Sprachkursen teilzunehmen oder zu müssen.

Mein Motto war schon immer: nur wer will, kann es schaffen.

Ich finde auch, dass es in unserem Landkreis sehr viele ehrenamtliche Helfer gibt, die einen nach Möglichkeit unterstützen.

Mein Rat an Menschen, die neu in Deutschland sind: Geht immer auf die Menschen zu, wenn ihr Hilfe braucht. Es ist nicht schlimm, etwas nicht zu wissen. Fragt, wann immer ihr etwas nicht versteht, nur so kommt ihr an eure Ziele.

Danke, dass ich heute über mich und meine Familie berichten konnte und erzählen kann, wie gut es mir und meiner Familie hier in Deutschland geht.

Das nächste BegegnungsCafé der Nienburger Kirchengemeinde St. Martin findet am kommenden Dienstag, 30. April, ab 16 Uhr im Gemeindesaal am Kirchplatz statt. Wie immer sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen.

Die Geschichte des Irakers Walid A. steht im Mittelpunkt der heutigen Folge von „Willkommen in Nienburg“.  Walid A.

Die Geschichte des Irakers Walid A. steht im Mittelpunkt der heutigen Folge von „Willkommen in Nienburg“. Walid A.

Ein Foto aus der Heimat von Walid und seiner Familie.  Walid A.

Ein Foto aus der Heimat von Walid und seiner Familie. Walid A.

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Erstellt:
27. April 2019, 20:47 Uhr
Lesedauer:
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