Erinnerungspfeife, Porzellan, Birnbaumholz, Horn, Garn, Messing, 61 cm, 1906. Foto: Museum Nienburg

Erinnerungspfeife, Porzellan, Birnbaumholz, Horn, Garn, Messing, 61 cm, 1906. Foto: Museum Nienburg

Nienburg 03.08.2021 Von Die Harke

Eine Tabakpfeife ist das Objekt des Monats im August

Aus der Sammlung des Museums Nienburg: Die Pfeife gehörte einstMax Schneegluth, dem früheren Vorstand des Turnvereins der Glasfabrik

Als Objekt des Monats August stellt das Museum Nienburg aus seiner Sammlung eine Tabakpfeife vor. Diese weist eine Gesamtlänge von 61 Zentimetern auf, der Pfeifenkopf hat einen Durchmesser von ca. 3,5 Zentimetern.

Pfeifenrohr und Mundstück sind aus Birnbaumholz und Horn gefertigt. Der Kopf der Pfeife ist an der unteren Hälfte des langen Stiels befestigt und wurde aus Porzellan hergestellt. Die Bemalung auf der Vorderseite zeigt mittig das Turnerkreuz, das von zwei Eichenlaubzweigen mit blauer Schleife eingerahmt wird. Über dem Motiv steht „Dem I. Vorsitzenden / Max Schneegluth / Gut Heil“ geschrieben.

Unterhalb der Zweige schließt der Schriftzug „Nienburg a. d. Weser / 1906“ das Bild ein. Auf der Rückseite des Pfeifenkopfes steht geschrieben: „Zum Geburtstage / Gewid. v. Vorstand / des / Turn-Vereins / A. Heye / Glasfabrik“. Eine Schnur zum Umhängen der Pfeife ist nicht mehr vorhanden. Der Tabak im Pfeifenkopf sowie das leicht abgekaute Mundstück deuten auf eine zeitweilige Benutzung hin.

Wie die Beschriftung bereits verrät, gehörte die Tabakpfeife einst Max Schneegluth.

Er war Glasmacher und begann 1886 mit 14 Jahren seine Lehre auf der H. Heye Glasfabrik. Wie in vielen anderen Glasfabriken, entstanden auf der Heye Glasfabrik um 1890 Vereine, in denen die hart arbeitenden Menschen die Geselligkeit pflegten. Neben einem Gesangsverein, einem Radfahrverein und einem Vogelzucht- und Schutzverein, gründete sich ein Turnverein. Diesem gehörte Max Schneegluth an und erhielt im Rahmen seiner besonderen Verdienste um das Vereinsleben von seinen Vorstandstandkollegen diese Erinnerungspfeife zum Geburtstag.

Pfeifen mit Bemalungen und Schriftzügen dieser Art sind in der Zeit beliebte Geschenke. Sie dienten der Erinnerung an besondere Ereignisse wie beispielsweise Jubiläen, runde Geburtstage, ein Erlebnis wie die Walz oder Ansichten von Städten, die besucht wurden. Heutzutage sind sie beliebte Sammelobjekte.

Das Rauchen einer Tabakpfeife kam in Europa vermutlich im 16. Jahrhundert auf, als der Tabak nach Europa durch die großen Entdeckerfahrten eingeführt wurde. Der Ursprung der Tabakpflanze liegt auf dem amerikanischen Kontinent. Dort besitzt der Tabakkonsum eine lange Tradition als Heilmittel und in der Verwendung für rituale Handlungen.

Die Erinnerungspfeife von Max Schneegluth ist während der Öffnungszeiten im Fresenhof zu sehen.

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Erstellt:
3. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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