Statt des Rodewalder Rüden wurde eine Jungwölfin erlegt. Foto: Wolfsmonitoring

Statt des Rodewalder Rüden wurde eine Jungwölfin erlegt. Foto: Wolfsmonitoring

Landkreis 08.04.2021 Von Holger Lachnit

Eine ganz, ganz schlechte Angelegenheit

Dass statt des Rodewalder Wolfsrüden „GW717m“ eine Jungwölfin geschossen worden ist, ist ganz, ganz schlecht. Zunächst einmal ist es selbstverständlich schlecht für das irrtümlich getötete Tier. Schlecht ist es aber auch für die Weidetierhalter im Bereich des Rodewalder Rudels – hatten sie doch gehofft, dass mit der Tötung des Leitwolfs die Nutztierrisse weniger werden würden. Und da das Ministerium nun die Ausnahmegenehmigung ausgesetzt hat, läuft „GW717m“ weiter frei herum.

Die Tötung der Jungwölfin ist aber vor allem besonders schlecht für das ohnehin angespannte Verhältnis der Wolfsgegner und -befürworter. Nach einer heißen Phase, in der selbst ernannte Wolfsschützer nachts in den Revieren herumgestreift waren, um einen möglichen Abschuss zu verhindern, und in der die Autoreifen von Wolfsfreund Christian Berge zerstochen worden waren, ist es im Winter ruhiger geworden. Dies lag auch daran, dass weniger Nutztierrisse bekannt wurden, weil das Vieh im Winter im Stall blieb, aber auch, weil längst nicht mehr alle Risse von den betroffenen Tierhaltern angezeigt werden.

Es verbietet sich die Spekulation, warum der Schütze oder die Schützin statt des stattlichen Leitwolfs eine viel kleinere Jungwölfin ins Visier genommen hat. Um das zu beurteilen, müsste man die Verhältnisse vor Ort in der Abschussnacht kennen. Fest steht aber: Niemand schießt absichtlich den falschen Wolf. Es handelt sich um ein tragisches Versehen, das hoffentlich keine weitreichenden Konsequenzen haben wird.

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Erstellt:
8. April 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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Dieter Bückman 08.04.202118:12 Uhr

Egal ob nun schlecht oder ganz schlecht. Der Wolf ist geschossen und wird nicht wieder lebendig. Die ganze Aufregung verstehe ich gar nicht, schließlich haben wir immer mehr Wölfe und es werden auch immer mehr. Ein gutes Gegensteuern ist dabei schon angebracht.
Persönlich halte ich die Wolfsrudel eher für eine Plage, aber die Deutschen stehen ja auf Plagen und möchten halt jede behalten und am besten nie wieder hergeben.
Mal sehen was als nächstes kommt.


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