Im Jugendtreff Heemsen wird es Graffiti-Workshops mit Patrik Wolters geben. Foto: Pixabay

Im Jugendtreff Heemsen wird es Graffiti-Workshops mit Patrik Wolters geben. Foto: Pixabay

Heemsen 04.07.2020

Einen großen Wunsch erfüllt

Graffiti-Workshop mit Patrik Wolters

Graffiti ist besonders für junge Menschen faszinierend. So ist es nicht verwunderlich, dass der Wunsch nach einem solchen Projekt im Jugendtreff Heemsen immer wieder geäußert wurde. Gar nicht so einfach, denn dahinter steckt mehr als nur eine Dose in die Hand zu nehmen und loszulegen. Vielmehr sind Teamwork, Ausdauer, Konzentration, Genauigkeit und Absprachen notwendig, um gemeinsam ein gutes Ergebnis zu erreichen.

Die erste Hürde war jedoch eine ganz andere – die Finanzierung. Die Jugendlichen stellten sich dieser Herausforderung und organisierten sich das Geld mit Unterstützung selbst. Bereits seit mehr als einem Jahr sammelten sie unter anderem Spendengelder, indem sie bei Veranstaltungen von Initiative Anschwung für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher sorgten. Dies machte knapp 1/3 der Finanzierung aus. Für den Rest stellten sechs Jugendliche einen Antrag beim Jugendaktionsfond, bei dem sie persönlich ihr Projekt vorstellen und begründen mussten. Im Rahmen des Projektes „Demokratie leben!“ sicherte das Wabe-Netzwerk in Kooperation mit dem Kreisjugendring Nienburg den jungen Antragstellenden die restliche Unterstützung zu. Somit stand der Erfüllung des Traums nichts mehr im Wege – bis Corona kam. Obwohl die Zusammenarbeit mit Patrik Wolters und der Termin feststanden, war bis Ende Mai nicht klar, ob es laut Verordnung stattfinden dürfte.

Erste Impulse und Anregungen für Jugendliche

Um den Jugendlichen unabhängig davon bereits die ersten Impulse und Anregungen geben zu können, wurde kurzfristig eine zusätzliche Projekteinleitung in Form einer Videokonferenz hinzugefügt. Bereits dort wurden erste Wünsche und Erwartungen gesammelt, woraus beim Wochenendworkshop die Vorlage entwickelt wurde. Einstimmig wurde genannt, dass es Bunt werden sollte. Auch stellte sich die Frage, inwiefern es Sinn ergebe, die Motivwahl abhängig von der aktuellen Raumnutzung zu wählen.

Am ersten Tag des Workshops lag der Fokus auf der Geschichte des Graffiti. Nicht alle wussten zuvor, dass Graffiti neben Rap, Breakdance und DJ-ing zu den vier Elementen des Hip-Hops gehört. Zu der Theorie gehörten genauso die Konsequenzen vom illegalen Sprayen und welche Verhaltenskodexe zu beachten sind. Selbst als illegaler Sprayer angefangen, konnte Patrik Wolters den Jugendlichen aus eigenen Erfahrungen berichten, was es heißt, erwischt zu werden und warum viele junge Sprayer sich finanziell ruinieren. „Ich habe erst eine Ausbildung gemacht, bevor ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe“, erklärte er in die Runde „Das ist wirklich wichtig, denn Graffiti-Künstler ist kein Ausbildungsberuf.“ Zum Abschluss des Tages ging es an die praktische Übung auf dem Papier. Das Verständnis für Buchstaben und deren Besonderheiten spielen die Schlüsselrollen eines jeden guten Graffiti. Für einen runden Abschluss gestalteten alle eine kleine Leinwand für zu Hause.

Nachdem der Entwurf überwiegend so umgesetzt werden sollte, wie extra ausgearbeitet, begann der zweite Tag mit einer Sicherheitseinweisung. „Der richtige Schutz ist enorm wichtig. Schließlich arbeiten wir gleich mit hochgiftigen Substanzen“, so die Erklärung von Patrik Wolters. Nachdem der Billardraum mit Abklebearbeiten vorbereitet war und die Übungsflächen nach der Einweisung ausgiebig genutzt wurden, ging es im Akkord an die Arbeit.

Drei Wände sollen gestaltet werden

Immerhin sollten drei Wände mit Farbverläufen und Blasenoptik gestaltet werden. Zudem kam das Graffito mit „Jugendtreff Heemsen“ hinzu. Auch das Projekt „Demokratie leben!“ wurde integriert. Nach anstrengenden sieben Stunden war aus einem kahlen weißen Raum, ein gemütlicher farbenfroher Ort geschaffen, der eine Aussage mit Sicherheit verdeutlicht: Hier sind alle Willkommen.

Der Dank der Jugendlichen geht an Patrik Wolters, an das Projekt „Demokratie leben!“, an das WABE-Jugendforum, an den Kreisjugendring, an das Wabe-Netzwerk sowie an den Hausmeister der Grundschule Heemsen, Sven Nordmann.

Das Projekt wird im Rahmen des WABE-Jugendaktionsfonds gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

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Erstellt:
4. Juli 2020, 17:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 55sec

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