Menschenansammlungen sind menschlich – aber zurzeit nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Foto: Wilm Ihlenfeld - stock.adobe.com

Menschenansammlungen sind menschlich – aber zurzeit nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Foto: Wilm Ihlenfeld - stock.adobe.com

Nienburg 13.05.2020 Von Holger Lachnit

Einfach menschlich

Guten Tag!

In Stolzenau haben sich gestern und vorgestern Dutzende Angehöriger einer Großfamilie versammelt, um den plötzlichen Tod eines Menschen zu betrauern. Und dabei haben sie nachweislich gegen die Corona-Regeln verstoßen. Polizei und Ordnungsamt sind eingeschritten, haben aber kein Bußgeld verhängt.

Das Vorgehen der Behörden ist richtig. Denn manchmal geht es weniger um Regeln als um Menschlichkeit. Seit Montag dürfen schließlich bis zu 20 Personen aus dem engsten Familienkreis an einer Trauerfeier teilnehmen. In Stolzenau waren es mehr, aber muss das gleich bedeuten, dass die Infektionsgefahr unverhältnismäßig steigen würde? Die Behörden haben die Ordnung wieder hergestellt. Damit ist der Fall erledigt. So einfach ist das. Und auch so menschlich. Dass die Großfamilie keinen deutschen Ursprung hat, spielt in der Berichterstattung keine Rolle. Weil die Herkunft nämlich nichts mit dem Geschehen zu tun hat.

Ich muss das Thema „Herkunft“ an dieser Stelle dennoch erwähnen, um jeglichen Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen: Zu verlockend mag für manche Zeitgenossen die Behauptung erscheinen, bei einer deutschen Großfamilie hätte die Polizei aber ganz anders durchgegriffen. Dazu sagt Nienburgs Polizeichef Frank Kreykenbohm unmissverständlich: „Diesen Vorwurf halte ich für abwegig. Wir haben gerade in jüngerer Vergangenheit nachhaltig gezeigt, dass wir hart durchgreifen, wenn Großfamilien sich nicht an die Regeln halten.“ Er hat recht.

Bitte bleiben Sie gesund!

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Erstellt:
13. Mai 2020, 05:55 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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