Oberst Andreas Timm (vorn, Dritter von rechts) besuchte die Nienburger CIMIC-Soldaten in Mali. Anfang März durften sie noch auf „Tuchfühlung“ mit ihrem Kommandeur gehen. Foto: MINUSMA

Oberst Andreas Timm (vorn, Dritter von rechts) besuchte die Nienburger CIMIC-Soldaten in Mali. Anfang März durften sie noch auf „Tuchfühlung“ mit ihrem Kommandeur gehen. Foto: MINUSMA

Langendamm 17.05.2020 Von Die Harke

Einsatz mit Schutzwesten bei 40 Grad

Oberst Andreas Timm besucht seine Truppe in Mali: Lob für CIMIC-Spezialisten aus Nienburg

Die Sonne brennt, und die Temperaturen liegen bei rund 40 Grad, als Oberst Andreas Timm, Kommandeur des Multinational CIMIC Command, in Gao landet. „Mit Sonne und Hitze habe ich gerechnet, aber es ist doch anders als an den heißen Sommertagen in Deutschland, irgendwie stechender und trockener“, so Oberst Timm.

Für eine Pause bleibt keine Zeit. Das Gepäck wird verladen, und die Militärpolizei steht bereit, um ihn und die anderen Teilnehmer der zentralen Kommandeurreise Afrika zum Camp Castor zu verbringen. Das Camp in Gao ist Stationierungsort für das deutsche Einsatzkontingent MINUSMA.

Seit Beginn der deutschen Beteiligung des UN-Einsatzes zur Sicherung des Friedens im Jahr 2016 sind auch die CIMIC-Kräfte aus Nienburg als Teil der gemischten Aufklärungskompanie hier. Sie arbeiten in Gao mit dem belgischen CIMIC-Team zusammen. CIMIC-Soldaten sind Spezialisten für Zivil-Militärische Zusammenarbeit in Auslandseinsätzen (englisch: Civil Military Cooperation). Das westafrikanische Land erlebte 2012 einen Militärputsch. Heute wird die Lage im Norden des Landes nach wie vor als instabil bezeichnet.

Die Stuben in den geschützten Containern sind mit drei Betten und den Schränken auf zwölf Quadratmetern spartanisch, aber zweckmäßig eingerichtet. Nach dem Beziehen der Unterkunft geht das geplante Programm los. Die Begrüßung seiner Soldatinnen und Soldaten fällt kurz aus, denn die obligatorische Sicherheitsbelehrung kann nicht warten. Der Zeitplan ist straff. Nach der Begrüßung durch den Kontingentführer erfolgt die Einweisung in die aktuelle Lage im Einsatzgebiet. Oberst Timm ist im Bilde, lässt er sich doch in Nienburg täglich über die Lage in den Einsatzgebieten unterrichten.

Am Abend hat der Nienburger Kommandeur Zeit für das, was ihm besonders wichtig ist: „seine“ Truppe. In der Castor-Bar, dem zentralen Anlaufpunkt des Camps, kommt er mit ihr zusammen. „Ich weiß, dass ich nur den morgigen Tag habe, um mir gemeinsam mit Ihnen einen Überblick über Ihren Einsatz zu verschaffen. Was ich in den Briefings schon gehört habe, macht mich als Ihr Kommandeur bereits sehr stolz“, so Oberst Timm. Das persönliche Gespräch mit den Soldaten sei ihm wichtig.

Am nächsten Tag geht es für ihn ins Gelände, „vor die Tür“, wie hier gesagt wird. Die Befehlsausgabe, ein umfänglicher Einblick in das Gelände und ein Gespräch beim Wasserwerk in Gao stehen auf dem Programm. In der Befehlsausgabe werden der Auftrag, die Verbindungen zum Gefechtsstand, der Ladezustand der Waffen sowie das Verhalten gegenüber der malischen Bevölkerung in der Stadt Gao und bei unerwarteten Situationen besprochen: Das Ganze auf Englisch, denn CIMIC ist multinational aufgestellt.

Nachdem die geschützten Fahrzeuge vom Typ Eagle IV aufgefahren sind, erfolgt die letzte Einweisung am Fahrzeug und die gegenseitige Kontrolle der persönlichen Schutzausrüstung. Dann geht es raus in die Stadt. Die durchlaufene Einsatzvorausbildung und das stetige Üben am Heimatstandort machen sich hier bezahlt. Die Abläufe sind professionell, die Nienburger Soldatinnen und Soldaten handlungssicher.

Nach Auftragserfüllung geht es zurück in das Camp Castor. Das Thermometer zeigt um halb zwölf 37 Grad an, und die 15 Kilo schweren Schutzwesten sind durchgeschwitzt. Im Anschluss an eine Nachbesprechung geht es zum Mittagessen. Auch hier wird die Zeit genutzt, um das Erlebte Revue passieren zu lassen. Am Nachmittag stehen Gespräche mit dem Chef der Aufklärungskompanie und einer Vertreterin des Auswärtigen Amtes an. Hier rundet sich das Bild von Oberst Timm ab. Beide machen gegenüber dem Kommandeur aus Nienburg deutlich, wie wichtig der Beitrag von CIMIC innerhalb des deutschen Einsatzkontingentes ist.

Zum Abschluss seines Besuches kommen alle zusammen. „Ich konnte mir einen Überblick darüber verschaffen, was Sie in Mali leisten und unter welchen klimatischen Bedingungen Sie Ihren Auftrag erfüllen. Ich bin hoch zufrieden mit dem, was ich gesehen habe, und nehme viele Eindrücke mit in die Heimat. Ich wünsche Ihnen viel Soldatenglück. Kommen Sie alle gesund wieder nach Hause“, so Oberst Timm. Und so endet der Besuch des Kommandeurs des Multinational CIMIC Command aus Nienburg, wie er begonnen hat: persönlich und mit einem Blick in die Augen seiner Soldatinnen und Soldaten, bei 40 Grad im Schatten.

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Erstellt:
17. Mai 2020, 16:55 Uhr
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