Die Geehrten und Beförderten der Freiwilligen Feuerwehr Nienburg mit Gästen. Feuerwehr

Die Geehrten und Beförderten der Freiwilligen Feuerwehr Nienburg mit Gästen. Feuerwehr

Nienburg 09.01.2017 Von Feuerwehr

Einsatzzahlen 2016 nur leicht rückgängig

Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Nienburg: Feuerwehrleute sehen Gebührenordnung für Einsätze kritisch

Erstmalig hielt Ortsbrandmeister [DATENBANK=977]Thomas Cornelsen[/DATENBANK] den Jahresbericht für Freiwillige Feuerwehr Nienburg. Begonnen wurde mit der Einsatzstatistik. „Die Anzahl der Einsätze ging um 23 auf 255 zurück“, berichtete Cornelsen. Dennoch arbeite die Ortsfeuerwehr Nienburg rund ein Drittel der Gesamteinsätze im Landkreis ab. Die 255 Einsätze im Jahr 2016 setzen sich aus 159 Brandeinsätze (ein Plus von 22) und 96 technische Hilfeleistungen (ein Minus von 45) zusammen. Der leichte Anstieg der Brandeinsätze habe auch etwas mit der Einführung der Rauchmelderpflicht im Jahr 2016 zu tun. „Dieses ist nicht negativ zu bewerten, denn oftmals haben die Rauchmelder ordnungsgemäß ausgelöst – auch wenn es nur angebranntes Essen war“, betonte der Ortsbrandmeister.

Besonders erwähnte Thomas Cornelsen die Brandserie im ersten Quartal 2016. Dort brannten nachts in einem Wohngebiet immer wieder Müllcontainer. Dank guter Ermittlungsarbeit der Polizei konnte sei aber der Verursacher schnell dingfest gemacht worden. Der Brandeinsatz bei Obdachlosenunterkunft in der Ziegelkampstraße wirkt bis heute nach, so war es dem Bericht zu entnehmen. Dort hatten Bewohner der Unterkunft Holzbohlen angezündet, um dort Würstchen zu grillen. Die eingesetzten Feuerwehrkräfte wurden durch die „Grillgäste“ massiv beschimpft und beleidigt. Aber auch der Gas-Alarm bei der [DATENBANK=565]IGS Nienburg[/DATENBANK] sowie der Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 6, bei dem ein Lkw sowie ein Streifenwagen beteiligt waren, zählten zu den besonderen Einsätzen.

Neben dem hohen Einsatzaufkommen stand auch die Aus- und Weiterbildung im Fokus. Bei den 31 Ausbildungsdiensten konnten den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr hilfreiche Dinge vermittelt werden. Bei Lehrgängen auf Kreisebene und der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) konnten sich 25 Kameraden fortbilden. Ferner konnten zwei Mitglieder den Führerschein der Klasse C auf Kosten der Stadt machen. Die Interessenvereinigung der Ortsfeuerwehr Nienburg ermöglichte sechs Fahrern von Einsatzfahrzeugen die Teilnahme an einem speziellen Fahrsicherheitstraining.

Im weiteren Verlauf des Jahresberichtes ging es um die Mitgliederentwicklung, die in 2016 positiv verlaufen sei. Die Gesamtmitgliederzahl konnte um 28 auf insgesamt 213 Mitglieder gesteigert werden. Dazu zählen auch die 71 Mitglieder der Einsatzabteilung (ein Plus von 12 Mitgliedern). Dennoch mahnte Ortsbrandmeister Thomas Cornelsen, sich nicht auf diesen Mitgliederbestand auszuruhen: „Wir müssen zusammen mit dem Träger der Feuerwehr weiterhin aktiv Mitgliederwerbung betreiben. Alleine für Einsätze waren wir mit unseren Kräften rund 5000 Stunden ehrenamtlich unterwegs.“

Kritisch sah Cornelsen die neue Gebührenverordnung der Stadt Nienburg. In der Verordnung werden Feuerwehrkräfte mit 70 Euro pro Stunde abgerechnet. Die Fahrzeuge variieren zwischen 240 und 1220 Euro pro Einsatzstunde. Cornelsen bat den Ausschuss für Sicherheit und Ordnung, die Gebührenverordnung erneut zu diskutieren, da der Bürger nicht abschätzen könne, ob sein Anliegen anrechnungsfähig sei oder nicht. Gerade bei Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen würden auf einen Verursacher schnell Kosten von mehreren tausend Euro zukommen. Hier sei, so Cornelsen, vielleicht ein Pauschalbetrag sinnvoll. Auch der Imageschaden der Feuerwehr sei bislang noch nicht abzuschätzen, wenn zum Beispiel die Kosten einer Tierrettung für den Halter ins Unermessliche stiegen.

Am Ende seines Berichtes dankte Ortsbrandmeister Cornelsen allen Mitgliedern für die stetige Einsatzbereitschaft, die gute Kameradschaft und deren Engagement für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nienburg. Dank sprach der Ortsbrandmeister auch den Familien der Feuerwehrangehörigen sowie deren Arbeitgebern aus.

Den Bericht über die durchgeführten Brandsicherheitswachen hielt Christian Deppermann. Im Jahr 2016 wurden rund 78 Stunden für Brandsicherheitswachen aufgebracht. Diese sind durch die Veranstaltungen im Theater auf dem Hornwerk, beim Altstadtfest sowie in der Meerbach- und Leintorhalle entstanden. Für das Jahr 2017 sollen sich einige Änderungen ergeben, so Deppermann.

Vorbeugender Brandschutz in Form von Brandschutzerziehung gehörte auch im Berichtsjahr zu den Aufgaben der Mitglieder. So konnten Wiebke Vogelsang und Bernd Passe an 31 Ausbildungsdiensten Firmen, Schulen und Kindergärten Tipps im Bereich des Brandschutzes geben.

„Leider wird oftmals gesagt, dass die Punkte in dem Brandschutzbedarfsplan Wünsche der Feuerwehr wären. Es sind keine Wünsche, sondern Forderungen, die ein von der Stadt bestellter Gutachter ermittelt hat.“

Den Dank für die sehr gute Arbeit im Jahr 2016 sprach auch Stadtbrandmeister Stephan Ottens der Ortsfeuerwehr Nienburg aus. „255 Einsätze in einem Jahr sind schon eine starke Belastung für die Feuerwehrmitglieder.“ Enttäuscht äußerte sich der Chef aller vier Ortsfeuerwehren in Richtung Verwaltung und Politik: „Leider wird oftmals gesagt, dass die Punkte in dem Brandschutzbedarfsplan Wünsche der Feuerwehr wären. Es sind keine Wünsche, sondern Forderungen, die ein von der Stadt bestellter Gutachter ermittelt hat.“

Die Grüße der Stadt Nienburg überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Schlemermeyer. Bei vielen Gesprächen habe sich rausgestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht wissen würden, dass die Feuerwehren in der Stadt auf ehrenamtlicher Arbeit basieren, so Schlemermeyer. „Die vielen Einsätze sind eine große Belastung für die Einsatzkräfte sowie auch für deren Familien.“

Schlemermeyer ging auch kurz auf das Thema Neubau der Obdachlosenunterkunft ein. „Den Neubau auf das Gelände der Feuerwehr zu setzen, ist die Meinung eines Einzelnen.“ Dies bestätigte auch Tim Hauschildt vom Fachausschuss Sicherheit und Ordnung. „Die Politik hat offiziell noch keine Kenntnis von diesem Plan“, sagte Hauschildt. Zum Thema „Gebührenverordnung“ versprach Hauschildt, zusammen mit dem Ausschuss diese genauer anzusehen.

Den Dank für die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr überbrachte der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes und der Tatortgruppe der Erste Polizeihauptkommissar Aribert Ebeling. Die zahlreichen Berichte zeigten, so Ebeling, das es immer wieder Schnittpunkte in der Einsatzabarbeitung geben werde.

Zum Schluss der Versammlung dankte Thomas Cornelsen der Stadt Nienburg und der Interessenvereinigung der Ortsfeuerwehr Nienburg für deren Unterstützung. Kleine Änderungen werde es in 2017 geben, so Cornelsen. Das „Brandmeister vom Dienst-System“ wird mit dem Zugführer Marc Henkel erweitert und die zusätzlich eingeführten Dienstabende auf einem Mittwoch, werden auch in diesem Jahr weiter angeboten.

Als neue Mitglieder verpflichtet wurden David Nawrot und Simon Nienhaus. Befördert wurden Christoph Meyer zum Löschmeister, Laura Kottus zur Oberlöschmeisterin und Ralf Bergmann zum Oberbrandmeister.

Geehrt wurden Uwe Vogelsang (25-jährige Mitgliedschaft), Hans-Jürgen Höfelmeyer (50-jährige Mitgliedschaft) und Werner Passe (60-jährige Mitgliedschaft).

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Erstellt:
9. Januar 2017, 21:00 Uhr
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