Zwei wuchtige Pfeiler rufen an der Lemker Straße die Erinnerung an Reichsarbeitsdienst, Deportationen und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945 wach. Arbeitskreis Gedenken

Zwei wuchtige Pfeiler rufen an der Lemker Straße die Erinnerung an Reichsarbeitsdienst, Deportationen und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945 wach. Arbeitskreis Gedenken

Nienburg 30.08.2017 Von Die Harke

Einweihung des Erinnerungsorts „Anker“

Arbeitskreis Gedenken und weitere Institutionen laden zum Antikriegstag am 1. September ein

Alljährlich rufen die Friedensbewegung und der [DATENBANK=393]DGB[/DATENBANK] am 1. September dazu auf, Krieg und Militarismus eine Absage zu erteilen und sich zum Widerstand gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Antiziganismus zu bekennen. Denn es bestehe ein Zusammenhang zwischen einem nach außen kriegerischen Staat und einer durch Hass, Gewalt und Ausgrenzung von Minderheiten geprägten Gesellschaft.

Ausländerfeindliche Aufmärsche, Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte und Schändungen jüdischer oder Sinti-Gräber entstammen dem gleichen Ungeist. Dem gelte es, schon in den Anfängen entschieden entgegenzutreten. Vor diesem Hintergrund lädt der [DATENBANK=3516]Arbeitskreis Gedenken[/DATENBANK] der Stadt Nienburg am diesjährigen Antikriegstag zur Einweihung eines Erinnerungsortes am Standort des Zwangsarbeitslagers „Anker“ ein. Das ehemalige Reichsarbeitsdienstlager befand sich einst auf einem Gelände an der heutigen Lemker Straße 11.

Zwei wuchtige Pfeiler mit den Aufschriften „RAD“ und „1/174“ zeugen noch heute davon. Von 1941 bis 1945 war das Lager zu einem Gefangenenlager für Verschleppte aus den von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten, vor allem Polen, Belarus und der Ukraine, umfunktioniert worden. Männer und Frauen wurden zur Zwangsarbeit in Rüstungsbetrieben oder kriegswichtigen Unternehmen gezwungen. Viele von ihnen überlebten bei schlechter Ernährung und unmenschlicher Behandlung die Gefangenschaft im Lager nicht.

Auf dieses unrühmliche Kapitel der Stadtgeschichte wollen die Stadt Nienburg und der Arbeitskreis Gedenken mit dem Erinnerungsort „Anker“ hinweisen. Mit seiner Einweihung am 1. September soll zugleich ein Beitrag zum Antikriegstag geleistet werden, entsprechend dem Leitsatz, dass es ohne Erinnerung keine demokratische, friedliche Zukunft geben könne. Die Einweihung an der Lemker Straße/Ecke Bultweg findet am Freitag, 1. September, um 16 Uhr statt.

Der Ablauf wird nach Angaben der Organisatoren so gestaltet, dass die Teilnahme an der Veranstaltung des Netzwerkes „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ um 17 Uhr am Ernst-Thoms-Platz problemlos möglich ist.

Zum Artikel

Erstellt:
30. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.