Stefan Schwiersch DH

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Einwurf

Fußball-Kommentare auf Facebook sind mit Vorsicht zu genießen, denn dort wird häufig nicht ganz ernst gemeinter Quatsch erzählt, und das ist gar nicht mal allein auf die Ereignisse rund um die SG Hoya beschränkt. Und doch wohnt vielen Sätzen ein hohes Maß an Authentizität inne, sie sind bisweilen ein Spiegel verbreiteter Meinungen. Wie zum Beispiel diese: „Was da im Nordkreis so abgeht, ist ja echt eine Schande.“ Oder dieser: „Was man hier über den Kreis Nienburg in letzter Zeit schreibt, ist ja nicht mehr normal... Zum Glück lauf ich im Kreis Diepholz rum.“

Die SG Hoya wird mittlerweile nicht nur im Kreis Nienburg als wiederkehrender Ausgangspunkt schlimmer Verfehlungen gesehen. Und doch ist die Rollenverteilung zu differenzieren. Nicht die SG ist der Täter, nicht die SG hat Schiri Angelo Dreier bedroht oder Wecholds Torwart Timo Müller geschlagen. Aber die SG übernimmt für ihre Spieler die Verantwortung, muss für Missetäter wie Abdulsalam Omar oder Benny Worthy geradestehen, sich rechtfertigen und knabbert nun an der schier unlösbaren Aufgabe, den Stempel des Rowdy-Klubs wieder von der Stirn zu putzen. Immerhin: Michael Tandecki und seine Vorstandskollegen haben begonnen, den Sumpf trockenzulegen. Omar und Worthy wurden intern bis zum Saisonende gesperrt. Doch das kann nur ein Anfang gewesen sein. Die nächste Baustelle ist das sportliche Auftreten auf dem Platz, der letzte Platz in der Kreisliga-Fairnesswertung ist nahezu fest abonniert und gleichsam inakzeptabel. Der

Nordkreis-Klub steht unter genauer Beobachtung. Und zwar nicht nur von Fußballern, sondern auch von Eltern, die überlegen, ob sie ihre Kinder auch künftig in die sportliche Obhut eines Vereines geben, in dem soziale Grundregeln immer wieder außer Kraft gesetzt werden. Es geht längst um die Existenz der SG Hoya.

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Erstellt:
26. Oktober 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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