Liebenau 12.04.2017 Von Die Harke

Elf Tonnen für Sicherheit

Mächtige Molchschleuse am Wasserwerk „Blockhaus“ installiert

Der schwarze Betonkoloss schwebt an dicken Stahlketten über der vier Meter tiefen Baugrube. Auf Fingerzeichen und Funkansagen senkt der Führer des riesigen Autokrans den Koloss langsam in die Tiefe. Elf Tonnen wiegt das Ungetüm, das nun komplett in der Erde verschwindet. Bei dem Betonbauwerk handelt es sich um eine sogenannte Molchschleuse. „Das Wasser, das wir hier fördern, ist ziemlich eisenhaltig“, sagt [DATENBANK=590]Joachim Oltmann[/DATENBANK], Abteilungsleiter Wasserversorgung beim Kreisverband für Wasserwirtschaft, der das Bauvorhaben für das Wasserverband „Nienburg-Süd“ (Flecken Steyerberg, Samtgemeinde Uchte) umsetzt. Der Ingenieur lässt das schwebende Ungetüm keinen Moment aus den Augen. „Eisen im Wasser ist an sich nicht schlimm. Allerdings flockt es aus, wenn es mit Sauerstoff in Berührung kommt. Dann bilden sich Inkrustierungen, und die setzen die Leitungen zu und schädigen die Pumpen.“

Das muss passen. Da gibt es vielleicht drei Millimeter Spiel – sonst muss alles wieder rausgehoben und neu justiert werden.

In die Haushalte gelangt das gelöste Eisen ohnehin nicht – in jedem Wasserwerk der Region wird dem sogenannten Rohwasser das Eisen entzogen, ehe es ins Trinkwassernetz abgegeben wird. Die Molchschleuse dient dazu, das technische System zwischen den beiden Liebenauer Brunnen und dem eigentlichen Wasserwerk zu schützen. „Wegen des hohen Eisenanteils müssen wir die Rohre regelmäßig molchen. Dabei werden Verkrustungen mit speziellen Bürsten und hohem Druck von den Rohrwänden entfernt“, erklärt Joachim Oltmann. „Das darf dann natürlich nicht ins Wasserwerk gespült werden. Darum riegeln wir das System im Fall der Fälle über die Schleuse ab, molchen die Rohre und leiten das Spülgut in ein Absetzbecken.“

Inzwischen ist das Betonbauwerk an Ort und Stelle. Kranführer und der Mann in der Erde sind ein eingespieltes Team, weiß Oltmann: „Das muss passen. Da gibt es vielleicht drei Millimeter Spiel – sonst muss alles wieder rausgehoben und neu justiert werden.“

Mehrere hunderttausend Euro investiert

Aber: Es passt auf Anhieb. Rund 30.000 Euro kostet der Einbau der Molchschleuse; finanziert wird er vom Wasserverband „Nienburg-Süd“. Nach den Worten von Joachim Oltmann ist die Schleuse Teil des Sanierungskonzepts für das Wasserwerk Blockhaus: „Wir haben das Wasserwerk 2013 von der IVG übernommen und investieren seit dem kontinuierlich in die Zukunftssicherheit der Anlage. Wir haben die Steuer- und Regeltechnik ausgetauscht, die Reinwasserkammer saniert und im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts mit der TU Dresden die Energieeffizienz optimiert. 2018 ist die Anlage eines neuen Förderbrunnens geplant.“

Mehrere hunderttausend Euro hat der Kreisverband in das Werk investiert. „Das Gesamtpaket dient dazu, die Trinkwasserversorgung im Nienburger Südkreis langfristig sicherzustellen.“

Zum Artikel

Erstellt:
12. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.