Sabine Lüers-Grulke DH

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Eltern bereuen ihre Kinder

Eine Online-Studie hat jetzt ergeben, dass 20 Prozent aller Eltern sich nicht noch einmal dafür entscheiden würden, Kinder zu bekommen. Klingt erschreckend – scheint aber wahr zu sein. Befragt wurden immerhin mehr als 1200 Eltern.

Dass man heute überhaupt öffentlich zugeben kann, seine Elternschaft zu bereuen, ist erst seit der Studie einer israelischen Soziologin aus dem Jahr 2015 möglich: „Regretting Motherhood“, so der Titel, zeigte auf, dass vor allem für Frauen sich viel ändert, wenn sie Mütter werden – und nicht immer alles zum Guten.

Denn es sind vor allem diejenigen, die aus dem Beruf aussteigen der Kinder wegen, die keine oder nur ungenügende Betreuungs- und Hilfsangebote bekommen und die deshalb die verpassten Job- und Karrierechancen nie wieder aufholen – sie „bereuen ihre Kinder“. Und das betrifft nach wie vor immer noch mehr Frauen als Männer: Die machen nämlich in den meisten Fällen höchstens die obligatorischen zwei Monate Elternzeit; danach geht’s weiter wie zuvor.

Die Frauen, die jahrelang auf Erwerbsarbeit verzichten der Kinder wegen, wird das dicke Ende überdies noch einholen, wenn sie eines Tages auf ihren Rentenbescheid schauen. Auch das holen sie nie wieder auf. Ihre eigenen Kinder werden dann als Arbeitnehmer die Rente der Kinderlosen aufbringen.

Die Studie hat aber einen Trost: Auch wer „seine Kinder bereut“, liebt sie in den meisten Fällen trotzdem. Immerhin haben 95 Prozent aller Eltern angegeben, das zu tun. Aber was ist mit den armen, letzten fünf Prozent?

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Erstellt:
29. Juli 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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