Sprachheilpädagogin Maike Wendt. Achtermann

Sprachheilpädagogin Maike Wendt. Achtermann

Hoya 11.02.2017 Von Horst Achtermann

Eltern sind häufig verunsichert

Was muss ein Kind in welchem Alter können? Diplom-Sprachheilpädagogin Maike Wendt gibt Antworten

Die Sprachentwicklung bei Kindern von null bis sechs Jahren war Thema im evangelischen Familienzentrum Hoya. Diplom-Sprachheilpädagogin Maike Wendt (40) hatte mit interessierten Eltern gesprochen und hat dabei eine allgemeine Unsicherheit festgestellt. Die Frage „Was muss ein Kind wann und in welchem Alter können?“ ist zugleich der Aufhänger zu dem Gespräch, das DIE HARKE am Sonntag mit Maike Wendt in deren logopädischer Praxis führte.

Maike Wendt hatte zunächst allgemeine Pädagogik als Grundstufe und Spracherziehung im weitläufigen Sinn in neun Semestern in Münster und Köln studiert, abgeschlossen mit dem akademischen Grad einer Diplom-Sprachheilpädagogin.

An einer Sprachpyramide nach Professor Dr. Wolfgang Wendlandt verdeutlicht Maike Wendt, was ein Kind an Sprachverständnis im Wortschatz, in der Artikulation und der Grammatik im Alter von einem halben bis zum sechsten Jahr haben sollte. „Alles Durchschnittswerte, keine starren Normen“, so die Sprachheilpädagogin.

Lallen und erste Wörter mit einer breiten Palette von Lauten wären im ersten Lebensjahr wünschenswert. Einzelne Wörter wie Ball, mein, haben und der Beginn gezielter Lautbildung sollten im zweiten Lebensjahr folgen. Bis zum 4. Geburtstag werden schon Sätze gebildet, der Wortschatz wächst.

Das Sprachverständnis sei die Voraussetzung für den eigenen Wortschatz, so Maike Wendt, und ergänzt: „Sprachentwicklungsverzögerungen sollten behoben werden.“ Die Expertin fördert das Sprachverständnis mit handlungsbegleitenden Spielen. „Da nehme ich gern das Minimalpaar Kasse – Tasse. Beide Wörter unterscheiden sich nur in einem Laut. Ich übe spielerisch. Mit den Zutaten Geld und Zucker. Kinder finden es immer toll, wenn ein Erwachsener mitspielt,“ betont die Sprachheilpädagogin.

Mutter zweier kleiner Kinder

„Bis wann darf ich den Schnuller geben?“, ist eine weitere von Eltern häufig gestellte Frage. „Bis drei Jahre“, so Maike Wendts Antwort. Das Saugbedürfnis sollte beruhigt werden, bei Aktivitäten des Kindes sollte der Schnuller jedoch nicht gegeben werden, empfiehlt sie. Als Mutter von zwei kleinen Kindern weiß Maike Wendt aus eigener Erfahrung, was wann für ein Kind gut ist. Ein Kinderarzt sollte einmal im Jahr die Sprachentwicklung überprüfen, regt die Sprachtherapeutin an. Eine Verordnung wird ausgeschrieben, die Krankenkassen zahlen. Bei Bedarf sollte eine Therapie folgen.

Kostenlose direkte Auskünfte gibt Diplom-Sprachheilpädagogin Maike Wendt immer am 1. Mittwoch im Monat um 9:30 Uhr in einer Sprechstunde im [DATENBANK=2616]evangelischen Familienzentrum in Hoya[/DATENBANK].

Die Logopädische Praxis von Maike Wendt ist unter Telefon (04251) 983226 oder per E-Mail unter info@die-logopaedinnen.de zu erreichen.

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Erstellt:
11. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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