Elterngeld: Landkreis Nienburg unter Durchschnitt

Elterngeld: Landkreis Nienburg unter Durchschnitt

Der Anteil der Väter, die im Landkreis Nienburg Elterngeld beantragen, liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt.Foto: Dan Race - stock.adobe.com

Im Jahr 2018 haben 2.459 Menschen im Landkreis Nienburg Elterngeld bezogen, 437 davon waren Männer. Der Anteil von Vätern lag damit bei 17,8 Prozent.

2017 lag er bei 17,7 Prozent: 412 Väter von insgesamt 2.330 Elterngeldbeziehenden. Das teilt die Krankenkasse IKK classic mit, die sich dabei auf Zahlen vom Statistischen Bundesamt bezieht.

„2018 haben zwar mehr Männer im Landkreis Nienburg Elterngeld bezogen als im Jahr davor. Ihr Anteil am Elterngeldbezug ist aber nahezu unverändert und liegt insgesamt deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, fasst Uwe Kuhlmann, Regionalgeschäftsführer bei der IKK classic, das Ergebnis zusammen.

„In Niedersachsen haben im Jahr 2018 insgesamt 175.551 Personen Elterngeld bezogen, Männer hatten einen Anteil von 21,9 Prozent.“ Den höchsten Väteranteil beim Elterngeldbezug in Niedersachsen verzeichnete 2018 mit 28,2 Prozent die Stadt Braunschweig, den niedrigsten mit elf Prozent die Stadt Wilhelmshaven.

Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus Elterngeld ist eine staatliche Leistung für junge Familien. Es schafft einen finanziellen Ausgleich, wenn Eltern nach der Geburt ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken.

Die Transferzahlung gibt es auch für Eltern, die vor der Geburt nicht gearbeitet haben. Elterngeld gibt es in drei Varianten, die untereinander kombiniert werden können: Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus.

Basiselterngeld kann bis zu zwölf Monate in Anspruch genommen werden. Wenn beide Elternteile diese Leistung beantragen und mindestens einer von ihnen nach der Geburt weniger Einkommen hat als davor, sogar bis zu 14 Monate.

Die zwei zusätzlichen Monate werden „Partnermonate“ genannt. Sie können aber auch von Alleinerziehenden genutzt werden. Der Zeitraum kann zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Sie können gleichzeitig oder abwechselnd Elterngeld beziehen. Die Mindestbezugsdauer beträgt zwei Monate, die maximale zwölf Monate. Jeder Monat, in dem beide Elternteile gleichzeitig Basiselterngeld erhalten, wird mit zwei Monaten Bezugsdauer angerechnet.

Das ElterngeldPlus verdoppelt den Leistungszeitraum, halbiert aber die monatliche Bezugshöhe. Für Eltern, die während des Bezugs Teilzeit arbeiten, gelten besondere Regelungen. Mit dem Partnerschaftsbonus können unter bestimmten Voraussetzungen vier weitere ElterngeldPlus-Monate genutzt werden.

Die Höhe des Basiselterngeldes orientiert sich am Durchschnittseinkommen vor der Geburt. Es beträgt monatlich mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro. Die Leistung muss schriftlich bei der kommunalen Elterngeldstelle beantragt werden.

Das niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung bietet auf seiner Website eine Liste mit Links zu den zuständigen Behörden vor Ort und den notwendigen Antragsformularen an.