Ende des positiven Trends

Ende des positiven Trends

In den Wintermonaten sind steigende Arbeitslosenzahlen keine Seltenheit, sondern eher die Norm. bluedesign / Fotolia

Zu Beginn des neuen Kalenderjahres sind die Arbeitslosenzahlen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden gestiegen. Der sinkende Trend der vergangenen Monate wurde im Januar vorerst beendet. „Steigende Arbeitslosenzahlen im Januar stellen nichts Außergewöhnliches dar und sind üblich für diesen Zeitpunkt“, erklärt Christoph Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden, und ergänzt: „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich in bestimmten Zyklen. Dazu gehört traditionell ein Anstieg der Zahlen zum Jahresbeginn. Gerade in witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe und der Land- und Forstwirtschaft kann in den kalten Wintermonaten nicht durchgehend gearbeitet werden, so dass es hier zur sogenannten Saisonarbeitslosigkeit kommt. Verglichen mit den Vorjahreswerten ist jedoch zu erkennen, dass wir ein deutlich geringeres Ausgangsniveau zu verzeichnen haben.“

Die Zahl der Arbeitslosen im Januar hat mit 11543 den Dezemberwert um 8,4 Prozent überschritten, liegt aber noch um 4,0 Prozentpunkte unter dem des Vorjahresmonats. Die Arbeitslosenquote lag im Vormonat bei 4,1 Prozent. Im Januar ist sie um 0,3 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie noch 4,6 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Januar bei 15639 Personen. Das waren 5,9 Prozent oder 973 Männer und Frauen weniger als vor einem Jahr.

Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Im Landkreis Nienburg ist die Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie noch 5,9 Prozent. Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich 1055 Personen neu arbeitslos, das waren 117 mehr als im Vormonat. Durch 713 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit lag der Bestand an Arbeitslosen im Januar bei 3457 Männern und Frauen.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, lag die Zahl mit 1450 Erwerbslosen um 247 höher als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Erwerbslosigkeit aber um 5,0 Prozent.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Arbeitslosenzahl im Berichtsmonat zum Vormonat um 5,7 Prozent bzw. 108 Personen auf 2007 Erwerbslose gestiegen und lag mit 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Arbeitgeber im Landkreis Nienburg meldeten 214 freie Stellen. Im Berichtsmonat gab es im Landkreis noch 960 offene Arbeitsangebote, bei denen noch keine abschließende Entscheidung vorlag.