Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASB-Kreisverbands haben sich jetzt freiwillig für die Tätigkeit in einem so genannten mobilen Kontaktnachverfolungs-Team durch das Gesundheitsamt schulen lassen. Sie stehen nun für den Fall in Bereitschaft, dass die Landkreisbediensteten die Feststellung der Infektionsketten nicht mehr allein nachverfolgen können. Foto: Diekmann / ASB

Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASB-Kreisverbands haben sich jetzt freiwillig für die Tätigkeit in einem so genannten mobilen Kontaktnachverfolungs-Team durch das Gesundheitsamt schulen lassen. Sie stehen nun für den Fall in Bereitschaft, dass die Landkreisbediensteten die Feststellung der Infektionsketten nicht mehr allein nachverfolgen können. Foto: Diekmann / ASB

Landkreis 26.10.2020 Von Die Harke

Entlastung für die Gesundheitsämter

Samariter, Johanniter Unfallhilfe und DRK unterstützen die Kreisverwaltung bei der Corona-Kontaktverfolgung

Der ASB- und der DRK-Kreisverband sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) unterstützen künftig die Nienburger Kreisverwaltung bei der Kontaktverfolgung nach positiven Coronafällen.

Rund 50 Mitarbeiter des ASB-Kreisverbandes Nienburg sowie 50 Einsatzkräfte des DRK und der JUH wurden speziell geschult und stehen zur Unterstützung des Gesundheitsamtes in Bereitschaft. Wenn sie alarmiert werden, kommen sie in einem so genannten Mobilen-Kontaktnachverfolgungs-Team (MKT) zum Einsatz. Das haben die Hilfsorganisationen in Presseerklärungen mitgeteilt.

Das zielgerichtete Testen und die Nachverfolgung von Kontakten würden dabei helfen, die Ausbreitung des Covid-19-Virus zu verlangsamen oder gar zu verhindern. Die Feststellung der Infektionsketten obliege den Gesundheitsämtern der Landkreise. In der Praxis bedeute das, dass unzählige Telefonate mit Infizierten und Kontaktpersonen geführt, Daten erhoben, ständig überprüft, gepflegt und weitergemeldet werden müssen.

Mit den rasant steigenden Infektionszahlen sei diese Aufgabe von den Landkreismitarbeitern allein immer schwieriger zu bewältigen. In einer Onlineschulung wurden Haupt- und Ehrenamtliche vom ASB für die Arbeit in einem MKT von Amtsärztin Heike Stiegler fortgebildet. ASB-Geschäftsführer Jens Sewohl erzählt: „Wir haben alle Mitarbeiter mit einem medizinischen Hintergrund angesprochen und gefragt, ob sie sich diese Aufgabe zutrauen und bereit sind mitzuarbeiten.“

Er sei sehr stolz darauf, dass sich so viele freiwillig gemeldet haben, sagte er bei der Schulung. Diese Dankbarkeit teilte auch Heike Stiegler.

Den Samaritern sei bewusst, dass sich im Rahmen der Unterstützung im MKT an der einen oder anderen Stelle eine Mehrarbeit nicht ganz umgehen lasse. „Wir müssen den normalen Dienstbetrieb, vom Rettungsdienst über die Verwaltung bis hin zur Tagespflege, ja auch zuverlässig aufrechterhalten“, meint Sewohl. Trotzdem sei es für ihn und für sein Team eine Selbstverständlichkeit, dem Landkreis Schützenhilfe zu leisten.

Der Geschäftsführer befinde sich seit März dauerhaft im Spannungsfeld. Einerseits sei er sich seiner Verantwortung für den Schutz seiner Mitarbeiter und deren Familien bewusst. Andererseits möchte er Kunden und Patienten weiterhin die größtmögliche Unterstützung bieten. Das sei nicht einfach, meint er, aber bisher sei die Strategie der Samariter gut aufgegangen und er ist zuversichtlich, dass das auch weiterhin zu bleibt.

Heike Stiegler unterrichtete zudem die Einsatzkräfte des DRK und der JUH in der BBS-Sporthalle zu diesem Thema. Die Einsatzkräfte sollen die Mitarbeiter unterstützen und entlasten. Zugführer Christian Müller vom DRK war zufrieden mit der Beteiligung und dem reibungslosen, coronakonformen Ablauf. „Ich sehe uns alle für einen Einsatz nun gut gerüstet“, sagt Müller.

Das Gesundheitsamt werde die jeweiligen Leitungen der Hilfsorganisationen benachrichtigen, sobald Zusatzpersonal für die Kontaktverfolgung benötigt werde. Dies könne sporadisch oder geplant ablaufen, je nach Fallaufkommen, ergänzte Heike Stiegler.

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Erstellt:
26. Oktober 2020, 17:45 Uhr
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