Landkreis 16.06.2018 Von Syam Vogt

Entschädigung für Amateurfußballer?

Guten Tag

Die vom Niedersächsischen Fußballverband vorgegebene Ausbildungsentschädigung vergütet Vereine, die Spieler zwischen dem 12. und 23. Lebensjahr ausgebildet haben. Für Spieler, die zu Werder Bremen, Hannover 96 oder zum Absteiger aus Hamburg wechseln, macht das in meinen Augen Sinn.

Der Spieler bekommt die Chance, sich zu entwickeln, der abgebende Verein wird für die angefallenen Ausbildungskosten entschädigt. Bei einem weiteren Wechsel zu einem europäischen Topklub gibt es für den Stammverein meist nochmal einen Nachschlag. So hat zum Beispiel Mesut Özil mit seinem Wechsel zu Real Madrid seinen ersten Profiverein Rot-Weiss Essen mit einem Betrag von 270.000 Euro quasi vor der Insolvenz gerettet. Diese Form der finanziellen Unterstützung soll Vereine animieren, gute, junge Spieler auszubilden.

Die „Ablöseregelung“ des NFV gilt seit Jahren bereits in den untersten Klassen. Zuvor war nicht eindeutig definiert, wie viel ein Verein für einen Spieler zahlen muss, es ging ein wenig zu wie auf dem Basar. Die Ausbildungsentschädigung reguliert nun den „Preis“ eines Spielers. Für mich stellt sich dennoch rein moralisch die Frage, ob man in der Kreisliga eine Entschädigung zahlen muss oder ob es nicht eine andere, charmantere Lösung gibt. Sein Hobby bei dem Verein auszuüben, in dem man es möchte, ist für mich im Amateurbereich selbstverständlich.

Das Alter spielt übrigens keine Rolle. Sollte ein Oberligist meinen geschätzten Kollegen Helge Nußbaum (37) vom Bezirksligisten RW Estorf verpflichten, müsste er mehr bezahlen als für mich als 22-Jährigen Kreisliga-Spieler vom SV Husum. Wie gesagt: alles ziemlich fragwürdig …

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Erstellt:
16. Juni 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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