Jakob Drechsler absolviert ein FSJ beim Evangelischen Jugenddienst des Kirchenkreises Nienburg. Kirchenkreis Nienburg

Jakob Drechsler absolviert ein FSJ beim Evangelischen Jugenddienst des Kirchenkreises Nienburg. Kirchenkreis Nienburg

Nienburg 10.02.2019 Von Die Harke

Erfahren, wie sich arbeiten anfühlt

Jakob Drechsler absolviert ein FSJ beim Evangelischen Jugenddienst des Kirchenkreises Nienburg

„Abitur, und was dann? Diese Frage kennen viele junge Erwachsene, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, wahrscheinlich zu gut. Es ist die eine Frage, die man immer von den Eltern, Verwandten, den Lehrern und so ziemlich jeder Person hört, die man kennt. Natürlich stellte auch ich mir die Frage, und da ich noch nicht genau wusste, was ich studieren möchte, wollte ich vorher noch etwas machen, bei dem ich an der eigenen Haut erfahren kann, wie sich arbeiten anfühlt. Die berufliche Seite des Lebens schon einmal etwas nachvollziehen zu können, erschien mir als logisch, daher fiel mein Augenmerk auf die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)“, schreibt Jakob Drechsler.

Und weiter heißt es: Seit knapp fünf Jahren war ich schon ehrenamtlich in der Evangelischen Jugend aktiv. Dort begleitete ich Konfirmandenfreizeiten und eine Teeniefreizeit. Deswegen war für mich klar, dass wenn ich ein FSJ mache, es in der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verankert sein wird.

Da die Stelle im Jugenddienst schon in den letzten drei Jahren besetzt gewesen war und ich von allen ehemaligen Freiwilligen viel Positives gehört habe, war es für mich klar, wo ich mich bewerben würde. Zu meiner großen Freude bekam ich die Stelle auch und hatte am 1. September 2018 dann meinen ersten Arbeitstag im Jugenddienst. Dort habe ich auch ein eigenes Büro inklusive Laptop und Telefonanschluss, was ich mir mit Annika Brunotte, Diakonin im Anerkennungsjahr, teile.

Durch den Jugendtag unter dem Motto „Spuren suchen, Zeichen setzen“ und der Vorbereitung und Durchführung des Juleica-Seminars, hatte ich gleich zu Anfang meines FSJ zwei große Projekte. Beide werde ich in sehr guter Erinnerung behalten.

Auf den Seminaren und bei den Aktionen merke ich, im Vergleich zu meiner Zeit als Ehrenamtlicher, dass man mehr Verantwortung übertragen bekommt und so auch mehr Aufgaben anfallen. Das kann natürlich manchmal etwas stressig werden, aber andererseits war es auch ein gutes Gefühl, zu wissen, dass mir Vertrauen entgegengebracht wird und die Arbeit, die ich mache, Bedeutung hat. Letztlich hatte ich auch immer im Hinterkopf, dass, falls etwas schiefgehen sollte, ich immer die Rückendeckung durch meine Anleiterin Julia Grasmück haben würde, und dass alle Probleme im monatlichen Reflexionsgespräch nochmal geklärt werden können.

Zwischen diesen Großprojekten, wie dem traditionellen Weihnachtsseminar oder dem Neujahrsempfang, gibt es auch immer wieder Tagesaktionen, die natürlich auch ihre Vorbereitungszeit benötigen. Teil der Vorbereitung bei diesen Veranstaltungen ist auch immer wieder das Treffen mit den ehrenamtlichen Teamern, wodurch man sehr schnell viele neue Menschen kennenlernt, die alle immer sehr passioniert hinter ihrem Ehrenamt stehen. Durch die Vorbereitungstreffen kommt es natürlich mitunter dazu, dass man nicht immer einen typischen Nine-to-Five-Job hat, da die Ehrenamtlichen meistens erst gegen Abend Zeit haben, da sie den restlichen Tag selber in der Schule oder auf der Arbeit sind.

Natürlich gibt es dafür auch mal ruhigere Tage im Jugenddienst, die nicht von Bastelarbeiten und Treffen gestaltet werden, sondern durch verwaltungstechnische Aufgaben, wie das Erstellen des Jahresprogrammes, oder auch Öffentlichkeitsarbeit. Da es durch die Großprojekte auch mal stressiger werden kann, sind solche ruhigen Tage sehr angenehm. Der offene Rahmen, in welchem ich meine 38,5 Wochenstunden einteilen kann, sorgt dabei für eine ideale Arbeitsaufteilung.

Teil des FSJ sind auch fünf Seminare, die jeweils eine Woche dauern und vom Diakonischen Werk ausgerichtet werden. Diese Seminare finden jeweils in unterschiedlichen Städten in Niedersachsen statt. Meine Seminare führten mich bisher in die Wedemark, nach Hannover und nach Springe. Anfangs war ich mir noch unsicher, was mich erwartet, da ich ja niemanden kennen würde. Aber nach den anfänglichen Unsicherheiten sind wir alle als Gruppe schnell zusammengewachsen, was auch daran liegt, dass auf den Seminaren ganz unterschiedliche Themen behandelt werden, bei denen für jeden etwas Interessantes dabei ist. Förderlich ist dabei natürlich, dass die Gruppe die Oberthemen zusammen entscheiden darf, und die Methodik zur Erarbeitung der Themen stets variiert und immer mit Kreativität und Spaß verbunden ist. Ich freue mich auf meine noch anstehenden Seminare, da ich auch einige der Personen aus meiner Gruppe mittlerweile als gute Freunde bezeichne.

Zwei der noch kommenden Highlights, auf die ich mich schon immens freue, sind der anstehende Kirchentag in Dortmund, bei dem 100.000 Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um ihren Glauben und das Leben ein Wochenende lang zu feiern, sowie ein zusätzliches Seminar, dass ich in der Klostergemeinschaft Taize in Frankreich verbringen darf.

Ich kann nach mittlerweile einem halben Jahr im Jugenddienst sagen, dass meine Wahl des FSJ für mich genau das Richtige war: Ich habe vieles erlebt, neue Menschen kennengelernt und auch viel Neues über mich selber erfahren. Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Evangelischen Jugenddienst in Nienburg kann ich jedem wärmstens ans Herz legen, der mit den unterschiedlichen Arbeitszeiten klarkommt, spontan ist, gerne Verantwortung übernimmt und kein Problem damit hat, vor Kindern und Jugendlichen zu stehen. Dafür erwartet dich ein tolles Team, spannende Aufgaben und die Möglichkeit, dich mit deinen persönlichen Fähigkeiten einzubringen. Die Stelle ist wieder ausgeschrieben und kann ab dem 1. September neu besetzt werden.

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Erstellt:
10. Februar 2019, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 49sec

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