Die Taekwon-Do-Prüflinge des MTV Nienburg bis zum 1. Kup. Foto: Von der Haar

Die Taekwon-Do-Prüflinge des MTV Nienburg bis zum 1. Kup. Foto: Von der Haar

Nienburg 09.11.2020 Von Die Harke

Erfolgreiche Prüfung vor dem Lockdown

Taekwon-Do: 20 Kampfkunstschüler des MTV Nienburg erreichen höheren Gürtelgrad

Eigentlich sollte die Prüfung erst 15 Tage später stattfinden – im November. Doch aufgrund des Lockdowns haben die Verantwortlichen der Taekwon-Do-Sparte des MTV Nienburg die Veranstaltung Ende Oktober durchgeführt. Trainer Henning von der Haar berichtet: „Die Schüler haben sich so ins Zeug gelegt und es sich verdient, diese Prüfung noch in diesem Herbst abzulegen. Trotz der fehlenden zwei Wochen waren sie bestens für die Anforderungen vorbereitet. Bei keinem gab es Zweifel, die Prüfung nicht zu bestehen.“

In den vergangenen Wochen und Monaten trainierte der MTV unter Einhaltung von strengen Hygienemaßnahmen. In der Vorbereitung wurden die Prüflinge auf die immer anspruchsvoller werdenden Herausforderungen eingestellt. Bei den Weißgurten Liam-Lukasz Schmidt, Tim Homann und Stefanie von der Haar wurde im Formenbereich die Grundschule (Saju-Jirugi und Saju-Makgi) geprüft.

Bei den Schülern, die zu einem Farbgurt anstanden, wurden immer komplexer werdende, traditionelle Technikabläufe (Tul) gefordert. Die Weiß-Gelbgurte Mariella Schomburg, Henrik Vehrenkamp und Miran Al-Abo mussten „Chon-ji Tul“ demonstrieren. Bei Malin Rodewald und Giulia-Marja Schmidt, sowie Zena Rinawi und ihrem Bruder Abdullah Rinawi wurde darüber hinaus die „Tan-gun Tul“ abgefragt. Das Rinawi-Geschwister-Trio wurde mit Leen komplettiert. Sie stand mit Holger Steinmeyer vor der Aufgabe „To-San Tul“ zu präsentieren. Shirin und Sylvia bereiteten sich für ihre Prüfung gut auf die „Won-hyo Tul“ vor und glänzten am Prüfungstag mit sehr guten Darbietungen.

Die erfolgreichen Absolventen des MTV Nienburg bis zur 6. Kup. Foto: von der Haar

Die erfolgreichen Absolventen des MTV Nienburg bis zur 6. Kup. Foto: von der Haar

Die 5. Tul heißt „Yul-Kok“ und war für Leon Schomburg und Kevin von der Haar prüfungsentscheidend. Die zu jeder Tul gehörende Bedeutung, die weitestgehend nach entscheidenden Persönlichkeiten der koreanischen Geschichte benannt wurden, mussten hierbei frei vorgetragen werden. Der theoretische Teil bestand für die Weißgurte darin, auf Koreanisch bis zehn zu zählen, verschiedene Stellungen auf Koreanisch zu benennen und sich mit der Etikette der Kampfkunst auseinanderzusetzen.

Nachdem die Rotgurte alle bisher erlernten Darbietungen zeigten, mussten sie die Theorieaufgabe, die ihnen der Prüfer vorab gestellt hatte, bewältigen. Sie mussten ausgewählte Technikkombinationen in die koreanische Fachsprache zu übersetzen. Diese sollten im „Gibon-yonsup“ erklärt, demonstriert und später kontrolliert werden. „Für Lea, Larissa, Marc und Jannik war es die letzte Schülerprüfung. Nach einer Vorbereitungszeit von mindestens einem Jahr kann dann die Dan-Prüfung (schwarzer Gürtel, die Red.) vor dem Komitee der Disziplinvorsitzenden, Thomas Schäpers abgelegt werden. Hierfür ist es wichtig, dass das erlernte Wissen auch an eine Gruppe weitergegeben werden kann“, sagte von der Haar.

Lea Williges beim Bruchtest „dollyo-chagi“. Foto: von der Haar

Lea Williges beim Bruchtest „dollyo-chagi“. Foto: von der Haar

Neben den verschiedenen Stellungen mussten die Prüflinge ihr Können an einer Vielzahl Handtechniken, Blöcken, Fauststößen oder Handkantenschlägen und Kicks beweisen. Den höheren Farbgurten wurden später noch schwierigere Aufgaben gestellt: Auf Grund des hohen motorischen und koordinativen Anspruchs bedürfen vor allem die gesprungenen und gedrehten Tritte viel Training.

Während der Partnerübungen zeigten die Schüler, dass sie es verstehen, wie Schläge und Tritte abgewehrt werden können. Im Bereich der Selbstverteidigung mussten sich die Grün- und Grün-Blaugurte gegen Angreifer zur Wehr setzen – das Lösen aus Festhalte- und Würgegriffen stand hier auf dem Programm. Bei den höchstgraduierten Prüflingen wurden die Aggressoren darüber hinaus mit Stöckern und Trainingsmessern ausgestattet.

Traditionelles „Angrüßen“ beim Taekwon-Do. Foto: von der Haar

Traditionelles „Angrüßen“ beim Taekwon-Do. Foto: von der Haar

Die abschließenden Bruchtests erforderten neben der richtig ausgeführten Technik auch die optimale Kraftübertragung, große Konzentration und auch etwas Überwindungskraft. Stefanie von der Haar überzeugte in allen Kategorien mit der Bestnoten und freute sich, den 9. Kup überspringen zu dürfen. Die beste Prüfung des Abends legte der 15-jährige Jannik Gieger ab. Er bestand mit Auszeichnung.

Nun ruht nun der klassische Trainingsbetrieb im „Dojang“ des MTV Nienburg. „Mit meinen Dan-Trägern und den Rot-Schwarzgurten haben wir uns überlegt, die Schüler während des Lockdowns per Video mit neuen Techniken sowie Kraft-, Stabilisierungs- und Ausdauerübungen zu versorgen“, berichtet Spartenleiter Henning von der Haar.

Alle Prüflinge mit ihren neuen Graduierungen:

  • Weiß-Gelber Gürtel (9. Kup): Liam-Lukasz Schmidt, Tim Homann.
  • Gelber Gürtel (8. Kup): Stefanie von der Haar, Mariella Schomburg, Henrik Vehrenkamp, Miran Al-Abo.
  • Gelb-Grüner Gürtel (7. Kup): Zena Rinawi, Abdullah Rinawi, Malin Rodewald, Giulia-Marija Schmidt.
  • Grüner Gürtel (6. Kup): Leen Rinawi, Holger Steinmeyer.
  • Grün-Blauer Gürtel (5. Kup): Shirin Schmidt, Sylvia Stahlsmeier.
  • Blauer Gürtel (4. Kup): Kevin von der Haar, Leon Schomburg.
  • Rot-Schwarzer Gürtel (1. Kup): Marc Baldermann, Larissa Köller, Lea Williges, Jannik Gieger.

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Erstellt:
9. November 2020, 17:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 07sec

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