Erinnerung an die Flut

Erinnerung an die Flut

Manon Garms DH

Glück gehabt!

Am 16. und 17. Februar 1962 kam es an der Nordseeküste zu einer Flutkatastrophe. Ein Nienburger, der sie selbst miterlebte, erinnert sich an eine kleine Begebenheit am Abend des 16. Februar: „Ich übernachtete bei meiner Verlobten, die bei einer Witwe in Hannover wohnte. Männerbesuch war zu der Zeit nicht nur unerwünscht, sondern auch strafbar. Plötzlich hörten wir ein heftiges Klingeln vom Flur der Vermieterin, anschließend ein lautes Gespräch im Treppenflur. Die Vermieterin öffnete unsere Tür und rief: ,Die Polizei war da, und ich soll Ihnen sagen, dass Ihr Verlobter sofort zur Einsatzstelle zu kommen hat. Der muss zu einem Einsatz an die Nordsee. Können Sie ihn erreichen?‘ Ich lag unter der Bettdecke versteckt und bekam kaum noch Luft. „Ich weiß, wo er ist, sagte meine damalige Verlobte und werde ihn informieren.“

„Auf Socken stahl ich mich aus der Wohnung und kam nach ein paar Stunden in Brake an, wo das Wasser der Weser schon bis zur Deichkrone stand und wir lange Zeit überall kräftig zupackten. Hier konnte ich auch den Sauerstoff auftanken, der mir unter der Bettdecke gefehlt hatte. Und das unter anderem wegen des Kuppeleiparagrafen, der kurz danach abgeschafft wurde.“

Manon Garms