Thomas Gatter dankt Conny Kramer für ihre Arbeit als städtisches Vorstandsmitglied des Arbeitskreises „Gedenken“ mit Blumen und einem Buchpräsent. Stadt Nienburg

Thomas Gatter dankt Conny Kramer für ihre Arbeit als städtisches Vorstandsmitglied des Arbeitskreises „Gedenken“ mit Blumen und einem Buchpräsent. Stadt Nienburg

Nienburg 15.05.2019 Von Die Harke

Erinnerungskultur den Stempel aufgedrückt

Conny Kramer als städtische Delegierte im Arbeitskreis „Gedenken“ verabschiedet

Im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Kinder des 20. Juli“ verabschiedete der Arbeitskreis „Gedenken“ die städtische Delegierte im Vorstand, Conny Kramer. Seit 2011 hatte sie das Mandat in Stellvertretung von Bürgermeister Henning Onkes wahrgenommen. Da sie nun aus städtischen Diensten ausscheidet, gab sie das Amt an ihre Nachfolgerin Antonia Kleinert weiter. Mit ihrer Verabschiedung gewann der Arbeitskreis „Gedenken“ jedoch zugleich eine neue Akteurin. Conny Kramer wird, wie Vorsitzender Thomas Gatter den zahlreich erschienenen Gästen erfreut berichtete, als reguläres Mitglied weiterhin die Nienburger Gedenkarbeit mitgestalten.

In seiner Laudatio ging Gatter auf die prägende Rolle ein, die Conny Kramer beim Aufbau der städtischen Gedenkarbeit seit ihren Anfängen in den frühen Achtziger-Jahren eingenommen habe. Mit ihrer herzlichen und offenen Art, auf Menschen zuzugehen, habe sie der Erinnerungskultur in Nienburg ihren Stempel aufgedrückt. „Man muss sich bewusst sein“, so der Arbeitskreisvorsitzende, „dass die Stadt als Institution selbst kein handelndes Wesen sei, sondern immer nur die Menschen für sie und in ihr.“ Kaum jemand habe so viel zu einer menschlichen Gestaltung dieser ernsten Thematik beigetragen wie Kramer. Seit 2011 habe sie zudem als Vertreterin des Bürgermeisters für die Vernetzung des Arbeitskreises mit den städtischen Gremien und Strukturen gesorgt.

In ihren Dankesworten schilderte die Geehrte, wie sie insbesondere durch die Begegnung mit jüdischen Besucherinnen und Besuchern in die Gedenkarbeit hineingewachsen sei. Als Verantwortliche für Repräsentation sei sie für die Betreuung der Nachkommen jüdischer Familien der Stadt zuständig gewesen.

Ab 1989, dem 50. Jahrestag der Novemberpogrome, hatte die Stadt als Geste der Wiedergutmachung nach und nach die noch lebenden Mitglieder der Nienburger jüdischen Familien eingeladen. „Dass ich diese Menschen betreuen und damit zur Aussöhnung beitragen durfte, habe ich als Privileg angesehen“, betonte Conny Kramer sichtlich bewegt. Auch wegen ihrer Freundschaft zu jüdischen Nienburgerinnen wie Renée Cohn oder Tamar Amichai-Feist sei das Stolperstein-Projekt ihr ein besonders wichtiges Anliegen geworden.

Neben der Ausstellung über die Kinder des 20. Juli ist noch bis Ende Mai auch eine Dokumentation über das „Stolperstein“-Projekt im Rathaus zu sehen. Sie steht unter dem Motto „Gedenken in der Tradition des Widerstands“. Was das konkret bedeute, erläuterte Conny Kramer mit einem Zitat von Mascha Rolnikaite, KZ-Überlebende und Zeitzeugin bei Gedenkveranstaltungen in Nienburg: „Unrecht jeglicher Art nicht mit Gleichgültigkeit begegnen“.

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Erstellt:
15. Mai 2019, 15:23 Uhr
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