Bei der Frau, die tot im Schleusenkanal bei Balge gefunden worden ist, handelt es sich um die erst 19-jährige Andrea Korzen aus Schöningen im Landkreis Helmstedt. Foto: Polizei Nienburg

Bei der Frau, die tot im Schleusenkanal bei Balge gefunden worden ist, handelt es sich um die erst 19-jährige Andrea Korzen aus Schöningen im Landkreis Helmstedt. Foto: Polizei Nienburg

Balge 26.06.2020 Von Sebastian Schwake

Ermittlungen konzentrieren sich aufs Rotlichtmilieu

Mordfall Andrea Korzen: Junge Mutter wurde lebend und nackt in der Weser versenkt / Belohnung ausgesetzt

Im Mordfall Andrea Korzen konzentrieren sich die Ermittlungen der Nienburger Mordkommission auf das Rotlichtmilieu. „Vermutlich sind die Täter, mindestens zwei Männer, dem Rotlichtmilieu zuzuordnen“, teilten Staatsanwaltschaft Verden und Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die 19-jährige Frau war am 28. April von Binnenschiffern tot im Schleusenkanal an der Weser bei Balge treibend entdeckt worden.

Die Schöningerin, die sich zuletzt auch oft in Nienburg aufhielt und zuletzt am 5. April lebend am Nienburger Bahnhof gesehen worden ist, soll der Prostitution nachgegangen sein. Sie wurde offensichtlich am 5. oder 6. April brutal ermordet. Die junge Mutter wurde mit einer Steinplatte beschwert und lebend und nackt in der Weser versenkt. Polizei und Staatsanwaltschaft suchen weiterhin nach weiteren Zeugen.

„Zum jetzigen Zeitpunkt, insbesondere aufgrund der Obduktionsergebnisse, wissen die Ermittler der 25-köpfigen Mordkommission, dass das Opfer lebend im Schleusenkanal versenkt wurde und ertrank“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Frau war mit einer Steinplatte beschwert. Zudem gibt es Hinweise auf Gewalteinwirkung gegen Kopf und Hals, hatte Oberstaatsanwalt Marcus Röske Anfang Juni mitgeteilt.

Die Staatsanwaltschaft Verden hat nun eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Derzeit gehen Polizei und Staatsanwaltschaft etwa 30 Hinweisen nach. Die Ermittlungsbehörden wenden sich mit diesen Fragen an die Öffentlichkeit: Wer hat in der Zeit zwischen dem 5. und dem 6. April Beobachtungen am Schleusenkanal gemacht? Auch scheinbar unwichtige Dinge können dabei bedeutsam sein.

Interessant für die Ermittler sind auch Beobachtungen von Fahrzeugen neben NI-Kennzeichen auch Kennzeichen WTM (Wittmund) und FRI (Friesland).

  • Wer hat Andrea K. in Nienburg oder Umgebung gesehen
  • Wer kann Angaben zu ihrem Aufenthaltsort und/oder Wohnort machen
  • Wer kann Hinweise auf unerlaubte Prostitution im Bereich Nienburgs geben? Wertvoll sind auch Hinweise aus der Szene.

Insbesondere für diesen Personenkreis fügt die Staatsanwaltschaft hinzu, dass Hinweise auch vertraulich entgegengenommen werden können.

Bei der Polizei ist ein Hinweistelefon eingerichtet. Es ist rund um die Uhr unter Telefon (01 72) 26 28 714 erreichbar.

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Erstellt:
26. Juni 2020, 09:38 Uhr
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