Mechthild Schmithüsen (links) und Regine Pflüger möchten Mut machen, das Ethikkomitee in medizinischen Konfliktsituationen um Unterstützung zu bitten. Foto: Hagebölling

Mechthild Schmithüsen (links) und Regine Pflüger möchten Mut machen, das Ethikkomitee in medizinischen Konfliktsituationen um Unterstützung zu bitten. Foto: Hagebölling

Nienburg 14.11.2020 Von Edda Hagebölling

Ernährungssonde? Wiederbelebung?

Ethikkomitee Landkreis Nienburg bietet Unterstützung bei medizinischen Konfliktsituationen an

„Leben im Heim unter Corona-Bedingungen, Teil 2“. Unter dieser Überschrift hatte das Ethikkomitee Landkreis Nienburg Heim- und Pflegedienstleitungen, Gesundheitsamt und Heimaufsicht im Vorfeld des erneuten Lockdowns zu einem Austausch eingeladen und im Verlauf der Zusammenkunft mit großer Erleichterung festgestellt, dass sich die totale Schließung der Heime, wie es sie im Frühjahr gegeben hat, nicht wiederholen wird.

Die Mitglieder des Ethikkomitees können immer dann um Hilfe gebeten werden, wenn Uneinigkeit herrscht über die Frage, ob medizinisch prinzipiell sinnvolle Maßnahmen auch wirklich im Sinne der/des Betroffenen wären.

  • Welche medizinischen Maßnahmen sind richtig – und was bedeutet „richtig“?
  • Wie können Entscheidungen getroffen werden, wenn der/die Betreffende nicht mehr einwilligungsfähig ist?
  • Was gilt es zu bedenken, um im Sinne des betroffenen Menschen zu handeln?
  • Welche Kriterien gelten bei Entscheidungen über Therapien oder deren Begrenzung?
  • Ist eine Ernährungssonde bei Verlust der Fähigkeit, ausreichend zu essen, wirklich im Interesse des/der Betroffenen?
  • Ist eine Herz-Kreislauf-Wiederbelebung bei unheilbar fortschreitender schwerer Herzerkrankung sinnvoll?

Bei Uneinigkeit in diesen und anderen medizinischen Konfliktsituationen bieten die ausgebildeten und ehrenamtlich tätigen Ethikberaterinnen und Ethikberater ihre Unterstützung an.

„Im Zentrum der Beratung steht selbstverständlich immer der Mensch mit seinem Wohl, seinen Wünschen und seiner Selbstbestimmung“, betonen Mechthild Schmithüsen und Regine Pflüger, zwei von aktuell 14 Ethikberaterinnen und -beratern, bei einem Treffen mit der HARKE am Sonntag im Palliativstützpunkt Nienburg, zusammen mit den Helios-Kliniken Träger des Ethikkomitees.

Die Mitglieder des Ethik-Komitees sind: Dr. Martin Bästlein (Neurologe), Reinhild Godehart (Ärztin), Dr. Pamela Hilgenberg (Ärztin), Birgitt Kottner (Palliativ-Care-Kraft), Birgit Kramer (Krankenschwester), Katrin Mahler (Krankenschwester), Bettina Menke (Apothekerin), Eva-Maria Neelmeier (Juristin), Gabi Ohlmeyer (Physiotherapeutin), Regine Pflüger (gesetzliche Betreuerin), Ilona Romaus (Hospizkoordinatorin), Annette Schmidt (Sozialpädagogin), Mechthild Schmithüsen (Ärztin) und Anna Wißmann (Pastorin).

Wird die Unterstützung des Ethikkomitees gewünscht, reicht die Kontaktaufnahme unter der unten genannten Telefonnummer und jeweils zwei Mitglieder aus dem Kreis setzen sich innerhalb von zwei, drei Tagen mit den Angehörigen, Betreuungspersonen oder Ärzten in Verbindung.

Kontakt:
Palliativstützpunkt Nienburg und Umgebung
Moltkestraße 4
Nienburg
Telefon 0 50 21 / 6 00 19 19

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Erstellt:
14. November 2020, 17:45 Uhr
Lesedauer:
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