Nienburg 13.11.2016 Von Die Harke

Erneut weniger Arbeitslose

Arbeitsagentur: „Für Arbeitnehmer gibt es gut Chancen“

Im Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden erneut zurückgegangen. Im Berichtsmonat waren bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 12.200 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 281 Personen weniger als im Vormonat, aber 35 mehr als vor einem Jahr. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 4,8 Prozent, nach 4,9 Prozent im Vormonat und 4,8 Prozent im Vorjahresmonat. Im Bereich der Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und Hoya ging die Arbeitslosigkeit um fünf Personen oder 0,4 Prozent auf 1.206 Personen zurück. Gegenüber dem Vorjahr sank die Erwerbslosigkeit um 101 Personen beziehungsweise um 9,1 Prozent.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Arbeitslosenzahl im Berichtsmonat um 3,4 Prozent beziehungsweise 78 zum Vormonat auf 2.249 gesunken und liegt um 5,2 Prozent beziehungsweise 123 Personen unter dem Vorjahreswert.

Sinkende Quote im Oktober ist typisch

Die Arbeitgeber im Landkreis Nienburg meldeten 225 freie Stellen. Im Berichtsmonat gab es im Landkreis noch 751 unbesetzte Stellen.

Joachim Duensing, Chef der Arbeitsagentur Nienburg-Verden, weist auf saisontypische Faktoren hin: „Das nochmalige Sinken der Arbeitslosenzahlen ist typisch für den Monat Oktober, denn viele Jüngeren beginnen eine Ausbildung, ein Studium oder eine neue Berufstätigkeit. Dank der guten Konjunktur gab es weitere Einstellungen.“

Für Arbeitnehmer gebe es aktuell gute Chancen, so Duensing: „Wir haben mehr als 3.800 freie Stellen im Bestand. Nicht immer passen Stellen und Bewerber zusammen. Deshalb beraten wir die Betriebe nicht nur, wie sie Personal rekrutieren, sondern auch, wie sie ihre Personalentwicklung mittel- und langfristig ausrichten können – mit Ausbildung, Weiterbildung der eigenen Arbeitnehmer und betrieblichen Umschulung von lebenserfahrenen Kandidaten. Es lohnt sich, auch Bewerberinnen und Bewerber mit ungewöhnlichen Lebensläufen in den Blick zu nehmen.“

„Die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge vor allem im vergangenen Jahr spüren wir auch auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region.“

Zurzeit hat ein Viertel der Arbeitslosen einen ausländischen Pass. Duensing: „Die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge vor allem im vergangenen Jahr spüren wir auch auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region. Viele Geflüchtete melden sich arbeitslos, viele nehmen an Sprachkursen und berufsorientierenden Lehrgängen teil. Das wirkt sich auf die Zahl der Arbeitslosen und Arbeitssuchenden aus. Wir betreuen die geflüchteten Menschen intensiv, damit sie mittelfristig in den örtlichen Firmen qualifiziert mitarbeiten und sich darüber gut integrieren können.“

Weiterhin ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei der Altersgruppe unter 25 Jahre deutlich stärker als bei den Älteren. Dank Studiumbeginn beziehungsweise neuer Arbeitsverträge nach Ausbildungsende sank ihre Zahl um 8,7 Prozent oder 146 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit der Jüngeren dennoch deutlich erhöht: „Unter den jungen Arbeitslosen sind etliche Geflüchtete, die sich bei uns nach und nach arbeitslos melden“, erklärt Duensing. „Viele brauchen noch Zeit, um die Sprache gut zu erlernen und sich in unserem Berufsbildungssystem zu orientieren.“

Flüchtlingsanteil liegt bei über zehn Prozent

Die Erwerbslosigkeit bei den Ausländern ist im Oktober auf dem Vormonatsstand geblieben. 3.066 Personen, eine weniger als im Vormonat, sind arbeitslos gemeldet. Das sind 47,4 Prozent oder 986 mehr als vor einem Jahr. Es handelt sich in erster Linie um Flüchtlinge, aber auch um arbeitslose Kräfte aus Ost- und Südosteuropa.

1.483 Flüchtlinge waren im Agenturbezirk bei den Jobcentern beziehungsweise der Arbeitsagentur als arbeitslos gemeldet. Das sind 12,2 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk. Weitere 1.337 sind nicht arbeitslos gemeldet, weil sie sich in Integrationskursen und Qualifizierungsmaßnahmen befanden und/oder zugleich eine Stelle suchten. Geflüchtete machen 13,2 Prozent aller Arbeitssuchenden aus.

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Erstellt:
13. November 2016, 21:00 Uhr
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