CDU-Landtagsabgeordneter Frank Schmädeke: Die osteuropäischen Erntehelfer werden dringend benötigt. Foto: Büro Schmädeke

CDU-Landtagsabgeordneter Frank Schmädeke: Die osteuropäischen Erntehelfer werden dringend benötigt. Foto: Büro Schmädeke

Landkreis 22.03.2020 Von Arne Hildebrandt

Erntehelfer einfliegen lassen

CDU-Landtagsabgeordneter: „Wir brauchen dringend die osteuropäischen Fachkräfte“

Bundesweit werden rund 280.000 Erntehelfer benötigt. Mehr als ein Drittel kommt aus Rumänien. „Viele Saisonarbeitskräfte sind verunsichert und sehen deshalb von ihrem geplanten Reiseantritt ab“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Frank Schmädeke.

„Hier gilt es, Planungssicherheit zu schaffen. Weitere Teile seien ganz einfach über bestehende Ein- und Ausreiseverbote in Polen und Ungarn am nötigen Transit gehindert. Hier ist die europäische Politik gefordert, sich für eben diesen Transit einzusetzen – ein amtliches gesundheitliches Unbedenklichkeitszeugnis der einzelnen Saisonarbeitskräfte könnte hier ein Lösungsansatz sein.“

Nur zehn Prozent der Erntehelfer sind da

Schmädeke weiter: „Nur zehn Prozent der Erntehelfer sind hier. Das ist zu wenig.“ Ein Beispiel: Der Spargelhof Thiermann in Scharringhausen braucht 1.000 Erntehelfer. Zurzeit sind aber nur 100 da. Man kann es mit so wenigen Arbeitskräften nicht bewältigen.“

Befürchtungen, dass die Erntehelfer vom Coronavirus angesteckt werden, entgegnet Schmädeke: „Schwarz oder Weiß gibt´s da nicht. Was gibt es für Alternativen? Wenn die völlig ausbleiben, gibt´s ganz andere Probleme. Gemüse gehört zur Grundversorgung.“

Erntehelfer seien Facharbeiter, die sich nicht ersetzen ließen. „Spargel und Frischgemüse müssen geerntet werden. Nimmt man andere Helfer, müssen die erst eingearbeitet werden.“ Schmädeke bezweifelt allerdings, dass sich deutsche Kräfte für die Arbeit auf dem Feld finden lassen.

Die Not ist groß – das gilt im Übrigen nicht nur für die gerade anstehende Spargelernte. Regionales Frisch-Gemüse, welches mithilfe der osteuropäischen Fachkräfte nicht gepflanzt werden kann, wird in Wochen auch nicht geerntet. Hier geht es um Lebensmittelsicherheit.

Dr. Frank Schmädeke, CDU-Landtagsabgeordneter

Das Bundeslandwirtschaftsministerium prüft zurzeit, ob die Erntehelfer aus Rumänien per Flugzeug nach Deutschland einreisen können. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich deshalb schon an den Lufthansa-Chef Carsten Spohr gewandt. Schmädeke: „In unseren Landkreisen wurde meinen Informationen nach von der Möglichkeit der Flugeinreise bereits Gebrauch gemacht.

„Die Not ist groß“

Mittwochabend fand erstmals eine Kreisvorsitzendenkonferenz als Videokonferenz gemeinsam mit dem CDU-Landesvorsitzenden Dr. Bernd Althusmann statt, an der rund 50 Teilnehmer aus ganz Niedersachsen für eineinhalb Stunden zugegen waren. Thema war die Auswirkungen der Corona-Krise. „Viele nutzten die Gelegenheit, besondere regionale Herausforderungen zu schildern, zu besprechen und politische Lösungsprozesse anzuschieben“, sagt Schmädeke.

Schmädeke sprach als CDU- Kreisvorsitzender die Probleme mit der Einreise osteuropäischer Saison-Facharbeitskräfte in den Landkreisen Nienburg und Diepholz an. „Die Not ist groß – das gilt im Übrigen nicht nur für die gerade anstehende Spargelernte. Regionales Frisch-Gemüse, welches mithilfe der osteuropäischen Fachkräfte nicht gepflanzt werden kann, wird in Wochen auch nicht geerntet. Hier geht es um Lebensmittelsicherheit.“

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Erstellt:
22. März 2020, 19:10 Uhr
Lesedauer:
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