Kai Havertz (l) und Lukas Hradecky von den Bayer Leverkusen verabschieden sich von den Fans. Foto: David Inderlied/dpa

Kai Havertz (l) und Lukas Hradecky von den Bayer Leverkusen verabschieden sich von den Fans. Foto: David Inderlied/dpa

Glasgow 13.03.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Erst Gänsehaut, dann Geisterspiele: Bayers Abschied von Fans

Erst Gänsehaut, jetzt Geisterspiele: Das vorerst letzte Spiel vor Zuschauern führte den Profis von Bayer Leverkusen noch einmal vor Augen, wie sehr diese fehlen werden.

„Die Stimmung war fantastisch. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen eifersüchtig“, sagte Bayer Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky nach dem 3:1 (1:0)-Sieg im legendären Ibrox Stadium bei den Glasgow Rangers. „Das nehmen wir jetzt als letztes Spiel mit“, sagte Hradecky: „Und am Montag kommt der große Kontrast."“

Im Liga-Spiel bei Werder Bremen wird Bayer erstmals ein Geisterspiel absolvieren. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Glasgow am kommenden Donnerstag dann erstmals daheim. Wenn es überhaupt stattfindet. Dass das letzte Spiel davor vor einer so imposanten Kulisse stattfand, machte den Übergang noch schwerer.

Was nun wird, weiß niemand. Am Dienstag beratschlagt die UEFA, wie es mit den Europacups weitergeht. Von einer Verschiebung bis zum kompletten Abbruch des Wettbewerbs scheint wegen der weiter voranschreitenden Ausbreitung des Coronavirus alles möglich. Schon die Konzentration auf das Spiel in Schottland war nicht leicht gefallen. Denn am Mittag hatte es Gerüchte gegeben, dass schon diese Partie kurzfristig noch ausfallen könnte.

„In unserem Kopf geht es immer weiter“, sagte Nationalspieler Jonathan Tah: „Man kann ja nicht davon ausgehen, dass es abgebrochen wird, man muss weiter fokussiert bleiben. Das Beste ist sowieso, sich nicht so viel damit zu beschäftigen.“ Auf die Frage, ob er denn aktuell noch aufs Handy schaue, meinte der 24-Jährige lachend: „Wenn man Musik hört, gehts. Wenn man in Medien-Apps schaut, ist alles voll davon.“

Für Bayer wäre ein Abbruch der Europacup-Saison deshalb so bitter, weil die Werkself sich langsam aber sicher den Status eines Titelfavoriten gesichert hat. Glasgows Trainer Steven Gerrard betrachtete es natürlich von der anderen Warte. „Niemand will Spiele ohne Fans“, sagte die Liverpool-Ikone: „Aber nach einem 1:3 stelle ich mich nicht hin und sage, das Spiel soll abgesagt werden.“

Falls der Wettbewerb weitergeht, dürfte das Spiel in Leverkusen das letzte für die Rangers sein. Leverkusens Reise dürfte dagegen weitergehen. „Wir sind mit einem Fuß im Viertelfinale“, sagte Tah: „Aber wir wollen ganz rein.“

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Erstellt:
13. März 2020, 05:09 Uhr
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