Foto: Oliver Berg/dpa

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Landkreis 30.07.2020 Von Die Harke

„Erste Anzeichen für eine Belebung am Arbeitsmarkt“

Arbeitslosenquote im Landkreis Nienburg bei 5,8 Prozent / Arbeitgeber melden mehr freie Stellen / 1086 Betriebe in Kurzarbeit

In der Ferienzeit steigt Jahr für Jahr die Zahl der Arbeitslosen, so auch in diesem Jahr: 13202 Frauen und Männer sind im Juli im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden arbeitslos gemeldet, 282 bzw. 2,2 Prozent mehr als im Juni.

Im Vergleich zum Vorjahr sind 1.984 Menschen mehr arbeitslos, das ist ein Anstieg um 17,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt im Juli bei 5,0 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Vor einem Jahr lag sie bei 4,3 Prozent.

Im Landkreis Nienburg ist die Arbeitslosigkeit im Juli um 74 Personen beziehungsweise 1,9 Prozent gestiegen. Im Berichtsmonat waren 3883 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das waren 469 oder 13,7 Prozent mehr als im Vorjahr Im Juli gab es 278 Arbeitslosmeldungen von zuvor Erwerbstätigen, das sind 9 bzw. 3,1 Prozent weniger als im Vormonat.

Auch im Vergleich zu Juli 2019 ist die Entwicklung etwas günstiger, es meldeten sich 26 Personen oder 8,6 Prozent weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote ist von Juni auf Juli um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent gestiegen; im Vorjahr lag sie bei 5,1 Prozent.

Bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, dem Bereich der Arbeitslosenversicherung, ist der Bestand an Erwerbslosen ebenfalls leicht angestiegen. Im Berichtsmonat waren 1830 Personen arbeitslos, ein Anstieg um 90 bzw. 5,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Im Vorjahresvergleich stellt dies einen Anstieg um 468 Personen oder 34,4 Prozent dar. Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter lag die Zahl an Erwerbslosen im Berichtsmonat mit 2.053 Personen um 16 Personen oder 0,8 Prozent unter dem Vormonatswert. Um eine Person höher als im Vorjahr ist die Zahl der im Jobcenter Nienburg arbeitslos Gemeldeten.

Im Berichtsmonat meldeten Arbeitgeber im Kreis Nienburg 248 neue Stellen zur Besetzung, 59 oder 31,2 Prozent mehr als im Vormonat und 61 oder 19,7 Prozent weniger als im Juli des vergangenen Jahres.

Weitere neun Betriebe haben im Landkreis Nienburg im Juli (Stichtag: 26. Juli) Kurzarbeit für bis zu 304 Beschäftigte angezeigt.

Insgesamt liegt die Zahl der Anzeigen, die seit März gestellt wurden, bei 1086; bis zu 13832 Beschäftigte könnten damit in Kurzarbeit gehen. Wie viele Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, lässt sich erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten sagen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

„In diesem Jahr fällt der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Ferienzeit moderat aus, und das trotz der Pandemie“, sagt Harald Büge, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden. „Traditionell verzeichnen wir in diesem Monat Arbeitslosmeldungen von Schulabgängern und von jungen Menschen nach abgeschlossener Ausbildung.

So ist die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren um knapp acht Prozent gestiegen.“ Büge fügt hinzu: „Wir sehen erste Anzeichen für eine Belebung am Arbeitsmarkt, es gibt weniger Arbeitslosmeldungen und zugleich melden uns die Arbeitgeber mehr freie Stellen, die sie besetzen wollen.“

Im aktuellen Berichtsmonat ist der Zugang aus einem Beschäftigungsverhältnis in die Arbeitslosigkeit geringfügig höher ausgefallen als im Juni: 992 Personen meldeten sich aus der Erwerbstätigkeit neu arbeitslos, 5 Personen oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitgeber meldeten im Juli 939 freie Stellen und damit 18 oder zwei Prozent mehr als im Juli der vorigen Jahres.

Gegenüber dem Juni waren es 231 Stellen bzw. 32,6 Prozent mehr.

Im Juli haben 45 Betriebe erstmals Kurzarbeit angezeigt, maximal 720 Beschäftigte könnten davon betroffen sein. Insgesamt haben von März bis zum Stichtag 26. Juli 4458 Betriebe für bis zu 58.514 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Juli bei 16.657 Personen.

Das waren 1,5 Prozent oder 242 Männer und Frauen mehr als vor einem Monat. Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

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Erstellt:
30. Juli 2020, 17:09 Uhr
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