Andre Hummel spielt. Foto: Hummel

Andre Hummel spielt. Foto: Hummel

Loccum 29.06.2020 Von Sabine Lüers-Grulke

Erste „Musik zur Einkehr“

Mit Orgelsonaten geht es am 12. Juli wieder los in der Klosterkirche

Orgelsonaten von C.P. E. Bach und Rheinberger spielt Kirchenmusiker André Hummel zur ersten „Musik zur Einkehr“ in diesem Jahr in der Klosterkirche Loccum: am Sonntag, 12. Juli.

Auch für dieses erste Konzert in diesem Jahr gelten die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln. Besucher müssen ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer hinterlassen. „Wenn möglich, bringen Sie bitte einen Zettel mit Name, Anschrift und Telefonnummer sowie einen Gesichtsschutz mit“, bittet Ursula Carus vom Team der Kirchenmusik Loccum.

Zum Programm: Die vorklassische Sonate g-moll Wq 70/6 wurde von Carl Philipp Emanuel Bach in seiner Berliner Zeit zwischen 1754 und 1759 für die zweimanualige Hausorgel der Prinzessin Amalie von Preußen (1723-1787) komponiert. Sie war die jüngste Schwester Friedrichs des Großen und selber Komponistin. Außerdem spielte sie Flöte, Violine, Laute sowie Orgel und Carl Philipp bezeichnete sie in seiner Autobiographie als seine königliche Mäzenin.

Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) ist ein romantischer Komponist aus Vaduz, im Fürstentum Liechtenstein. Er wurde 1895 geadelt und hieß ab da Josef Gabriel Ritter von Rheinberger. Die 4. Orgelsonate a-moll op. 98 schrieb er 1876 für seinen englischen Schüler Seymour J. G. Egerton (1839 - 1898), der wiederum später zum Earl of Wilton ernannt wurde. Er setzte sich für die Verbreitung der Werke Rheinbergers in England ein.

Das Hauptthema der Sonate ist der mittelalterliche Neunte Psalmton (tonus peregrinus), der besonders zum Singen des adventlichen Magnifikat (Gesang der Maria „Meine Seele erhebt den Herrn“) benutzt wurde.

Das Intermezzo wird auch als Hirtenlied bezeichnet und schafft eine idyllische Stimmung, bei der man sich eine Hirtenoboe vorstellen kann, die leise begleitet wird. Die abschließende Fuge besteht aus einer chromatisch absteigenden Linie, dem sogenannten Schmerzensgang, bevor am Ende des Stückes noch einmal im Pleno (voller Klang) der 9. Psalmton erklingt.

Somit könnte man als Idee über das Stück setzen: Advent/Weihnachten und Passion, Freude und Leid gehören zusammen.

André Hummel ist Kirchenmusiker und seit 2010 Kreiskantor für den Kirchenkreis Stolzenau-Loccum. Ein Hauptaugenmerk seiner Tätigkeit liegt auf der Kammermusik in verschiedensten Besetzungen.

Schwerpunkte bilden dabei die Aufführungen selten zu hörender Werke aus dem Bereich der Vorklassik und der Spätromantik. Er leitet die Gruppe „flauti antichi“, das Kammerorchester „consortinos“, das Salonorchester „Tango und mehr“ sowie die „Folkinos“.

Beginn ist um 17.30 Uhr. Der Eintritt beträgt acht Euro, bis 14 Jahre frei.

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Erstellt:
29. Juni 2020, 20:56 Uhr
Lesedauer:
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