Die Behandlung von Schlaganfällen erfordert die Zusammenarbeit sehr vieler medizinischer und pflegerischer Disziplinen. Johannes-Wesling-Klinikum

Die Behandlung von Schlaganfällen erfordert die Zusammenarbeit sehr vieler medizinischer und pflegerischer Disziplinen. Johannes-Wesling-Klinikum

Minden 26.07.2019 Von Die Harke

Erstes Stroke-Center Deutschlands

Das Universitätsklinikum Minden ist für die Spezialbehandlung von Schlaganfallpatienten zertifiziert worden

Die überregionale Schlaganfallstation der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie im Johannes-Wesling-Klinikum wurde von der Europäischen Schlaganfallorganisation ESO als Deutschlands erstes Stroke-Center ausgezeichnet. Damit erreicht das Mindener Universitätsklinikum nach eigenen Angaben die höchste Zertifizierungsstufe für die Behandlung von Schlaganfallpatienten auf europäischer Ebene. Bislang hätten europaweit erst zehn Kliniken dieses Spitzenniveau erlangen können. In Deutschland sei das Johannes-Wesling-Klinikum die erste als Stroke-Center zertifizierte Einrichtung. „Die Neurologen in Minden sind seit jeher Pioniere in der Schlaganfallversorgung. Bereits in den 90ern haben wir als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland eine Stroke-Unit aufgebaut. Dass mein Team und ich jetzt als erste Klinik als ESO Stroke-Center zertifiziert sind, macht mich stolz“, sagt Professor Dr. Peter Schellinger, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie.

Da die vor wenigen Wochen erlangte nationale Rezertifizierung als überregionale Stroke-Unit mit einem umfangreichen Zertifizierungsprozess inzwischen so aufwändig sei, seien bereits viele der Voraussetzungen für die ESO-Stroke-Center-Qualifikation gegeben gewesen. Ein zusätzliches in Deutschland nicht gefordertes Kriterium für die ESO sei zum Beispiel die Verfügbarkeit von wissenschaftlichen und therapeutischen Neuropsychologen, von denen am Universitätsklinikum Minden zwei beschäftigt seien. Auch die fachneurologisch altersmedizinische Weiterversorgung der Schlaganfallpatienten in der Neurogeriatrie habeeinen Ausschlag gegeben.

In Stroke-Centern würden Schlaganfallpatienten anhand festgelegter Kriterien nach den neuesten wissenschaftlichen Standards behandelt. Der Erfolg solcher Spezialabteilungen sei mittlerweile wissenschaftlich eindeutig belegt: Schlaganfallpatienten, die auf Stroke-Units versorgt werden, lebten länger und hätten weniger Folgeschäden als Patienten, die nicht auf Stroke-Units behandelt werden. Am Johanne-Wesling-Klinikum stehen 14 Überwachungsbetten im Stroke-Center zur Verfügung neben sechs neurologischen Intensivstationsbetten.

Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen wie der Neurologie, der Neuroradiologie und der Neurochirurgie arbeiteten Hand in Hand zusammen. Außerdem arbeite speziell geschultes Fachpflegepersonal im Stroke-Center, um auf die Bedürfnisse von Schlaganfallpatienten optimal reagieren zu können. Ergänzt werde das Team durch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern, die sofort nach dem Schlaganfall mit der Rehabilitation beginnen würden. Am Universitätsklinikum Minden würden jährlich mehr als 1500 Schlaganfallpatienten behandelt.

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Erstellt:
26. Juli 2019, 10:08 Uhr
Lesedauer:
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