Wahlbenachrichtigungen haben in diesem Jahr erstmals auch schon 14-Jährige bekommen. Schmidetzki

Wahlbenachrichtigungen haben in diesem Jahr erstmals auch schon 14-Jährige bekommen. Schmidetzki

Landkreis 03.03.2018 Von Nikias Schmidetzki

Erstmals dürfen schon 14-Jährige

Am nächsten Sonntag werden die neuen Kirchenvorstände gewählt

Knapp 30.000 Mitglieder der evangelischen Kirche im [DATENBANK=3515]Kirchenkreis Nienburg[/DATENBANK] sind aufgerufen, am 11. März neue Vorstände in ihren Gemeinden zu wählen. Neu ist in diesem Jahr das herabgesetzte Wahlalter. Bereits ab 14 Jahren dürfen Kirchenmitglieder ihre Stimmen abgeben. In der gesamten Landeskirche Hannovers könnten diesmal mehr als 26.000 Jugendliche über die Zusammensetzung der Kirchen- und Kapellenvorstände entscheiden. Laut Kirchensprecher Benjamin Simon-Hinkelmann bekommt die Gemeinde 20 Kilo Eis, die unter den 14- und 15-Jährigen die höchste Wahlbeteiligung erreicht.

Eis für höchste Beteiligung 14- und 15-Jähriger

Bei der vergangenen Wahl vor sechs Jahren betrug die Beteiligung nach Angaben von Superintendent Martin Lechler insgesamt 20,93 Prozent. Was zunächst nach wenig klingt, sei gar nicht so schlecht, sagt Pastorin [DATENBANK=3776]Melanie Logemann[/DATENBANK]. „Das ist im Schnitt immerhin jeder Fünfte und damit mehr als Gottesdienstbesucher“, meint sie.

Der Kirchenvorstand setzt sich zusammen aus gewählten und zusätzlich benannten Mitgliedern. „Und qua Amt ist der Pastor oder die Pastorin dabei“, sagt Melanie Logemann, derzeit noch Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises Nienburg, die am 18. März selbst ihre neue Stelle als Pastorin für Wietzen sowie Binnen und Bühren antreten wird.

Aus mindestens drei Mitgliedern (im Falle einer Kapellengemeinde) und aus maximal 15 zuzüglich hauptamtlicher Kraft darf der Vorstand bestehen. Nach der Wahl berufen die noch amtierenden Mitglieder weitere. Das können nicht gewählte Kandidaten sein, müssen es aber nicht.

Wie wichtig das Wirken des Vorstandes sei, macht Superintendent [DATENBANK=406]Martin Lechler[/DATENBANK] deutlich: „Der Kirchenvorstand ist das Leitungsorgan der Gemeinde.“ Dessen Mitglieder haben Mitbestimmungsmöglichkeiten in Bereichen wie Finanzen, Bau und Personal – bei grundlegenden Themen also. Von der Einstellungen vom Küster bis zur Organistin und sogar der Auswahl des Pastoren dürfen die Vorstandsmitglieder mitentscheiden.

Aus ihrer eigenen Arbeit weiß Siegrid Piehl, Mitglied im Vorstand von St. Martin sowie stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreisvorstands, dass sich jeder so einbringen könne, wie es den jeweiligen Stärken entspreche. „Was mir besonders viel Spaß macht, ist die Mitgestaltung des Gottesdienstes.“ Und: Kirchenvorsteher hätten auch eine ethische Verantwortung. Und auch deshalb komme der Wahl eine besondere Bedeutung zu, betont Logemann: „Eine hohe Wahlbeteiligung zeigt auch eine hohe Akzeptanz des Engagements.“ Wie auch in der Politik gelte bei den Wahlen zum Kirchenvorstand: „Es ist wichtig, dass wir uns demokratisch engagieren und die Stimmen, die wir haben, nutzen.“

Schon im Vorfeld haben Kirchenkreis und Gemeinden mit einer Plakataktion – für jede Gemeinde individuell abgestimmt – und mit anderen Maßnahmen auf die Wahlen aufmerksam gemacht. Für den Wahlsonntag selbst haben sich viele Gemeinden besondere Aktionen einfallen lassen. Teilweise laden sie zum Kaffeetrinken, zu Ausstellungen oder anderen Angeboten ein.

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Erstellt:
3. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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