16.12.2012

Es geht um die Geschichte vor Ort

Interessengemeinschaft „Synagoge“ aus Hoya sucht Zeugnisse jüdischen Lebens

Auf die Suche nach Spuren jüdischen Lebens in der Region Hoya begibt sich die „Interessengemeinschaft Synagoge“. Sie bereitet eine Ausstellung vor. Von Horst Achtermann

Hoya. Es sind leider nur wenige, die in der „Interessengemeinschaft Synagoge“ immer wieder an das ehemalige jüdische Leben in Hoya erinnern. Heike Huth, Pastor Andreas Ruh, Henry Meyer und auch Museumsleiterin Elfriede Hornecker sind immer dabei.

Das Gedenken des 74. Jahrestages der Reichspogromnacht am 9. November fand zum ersten Mal im „Vorgarten der ehemaligen Synagoge“ an der Deichstraße in Hoya statt. „Zeitzeugen berichten, dass vor der Brandstiftung am 10. November 1938 sämtliches Mobiliar und Archivgut aus der Synagoge geborgen worden sein soll“, so Heike Huth am Gedenktag und stellte gleich die Frage „Wo sind diese Schätze geblieben?“.

Das wollen Elfriede Hornecker und Dr. Ulrich Knufinke von der TU Braunschweig mit Hilfe der Einwohner erforschen. Knufinke hat sich mit der redaktionellen Arbeit an der vom Landschaftsverband Weser-Hunte herausgegebenen Dokumentation „Stätten jüdischer Kultur und Geschichte in den Landkreisen Diepholz und Nienburg“ einen Namen gemacht.

Nun sollen für eine Ausstellung jüdischen Lebens in der Region Zeugnisse zusammengetragen werden. In einer Wanderausstellung, beginnend am 10. Februar im Museum in Nienburg, danach im Herbst im Kreismuseum Syke und dann, Anfang 2014, im Hoyaer Museum, soll das Modell der Nienburger Synagoge, historische Fotos und Zeichnungen auch aus der Verfolgungsgeschichte gezeigt werden. „Es wird keine Ausstellung, die text- und schriftlastig werden soll“, betont Dr. Ulrich Knufinke.

Elfriede Hornecker ist sich sicher, dass es im Privaten sicher noch Material gibt“. Hinweise auf jüdische Geschäfte, durch Kleiderbügel aus jüdischen Geschäften, sind wohlmöglich immer noch da. Löffel als Hochzeitsgeschenke mit Aufdruck oder auch über alte Zeitungsanzeigen könnten vielleicht Kontakte hergestellt werden.

Wichtig, so sehen das Ulrich Knufinke und Elfriede Hornecker, ist die jüdische Geschichte, nicht irgendwo, sondern nebenan. Material vom Dachboden oder aus dem Keller, danach wird gesucht. „Wir wollen Geschichte dokumentieren und Geschichten drumherum, da gerät keiner in einen Gewissenskonflikt.“ Der Gedanke, historische Forschung und jüdische Geschichte gegenwärtig zu machen, soll das historische Bewusstsein schärfen.

Wer Zeugnisse jüdischen Lebens für die Ausstellung zur Verfügung stellen will, kann sich an Museumsleiterin Elfriede Hornecker, Telefon (0 42 51) 12 60, oder Ulrich Knufinke, Telefon (01 76) 63 20 78 18, wenden.

Zum Artikel

Erstellt:
16. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.